DFB-Chef als Ost-Fan: Kein Favorit bei Leipzig kontra Bayern

Die aufstrebenden Leipziger sind zum ersten Mal dabei, für den FC Bayern ist es schon die 23. Endspiel-Teilnahme. Doch von der Favoritenrolle wollen beide Clubs nichts wissen. Der Endspielort Berlin soll bald bis 2025 festgeschrieben werden.

Berlin (dpa) - Eigentlich müsste der derzeitige DFB-Chef Rainer Koch den Münchnern die Daumen halten, ist er doch auch Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes. Doch vor dem 76. Pokalfinale zeigte sich der kommissarische Präsident des Deutschen Fußball-Bundes als Ost-Fan. «Die riesengroße Leistung, die Leipzig im ganzen Osten vollbracht hat, wird nun auf der großen Fußballbühne präsentiert», erklärte Koch am Freitag bei der Pokalübergabe am Endspielort Berlin.

An diesem Wochenende steht das brisante Duell in der Bundesliga an, doch das Aufeinandertreffen von RB Leipzig und Bayern München im DFB-Pokalendspiel ist vor allem für die Sachsen schon jetzt der Höhepunkt der Saison. «Das Pokalfinale wird noch mal ein ganz anderes Level. Wir wollen wie die Bayern mit dem Pokal nach Hause fahren», sagte RB-Profi Kevin Kampl. Für den erst zehnjährigen Verein ist es das erste Endspiel im nationalen Cup, für die Bayern das 23. Finale.

Die Favoritenrollen wollen beide Vereine nicht übernehmen. «Ein Finale ist etwas komplett anderes. RB hat viele gute Spieler. Sie spielen einen attraktiven Fußball. Es wird sehr schwer», erklärte Bayern-Star Javi Martínez zum Endspiel am 25. Mai im ausverkauften Berliner Olympiastadion. Martinez wird wegen einer Verletzung im Liga-Spiel am Samstag ebenso fehlen wie der gesperrte Leipziger Kampl. Für den RB-Mittelfeldspieler ist das Pokalspiel ohnehin wertvoller: «Wir hatten den unbedingten Willen als Verein, ins Finale zu kommen. Die ganze Stadt wollte nach Berlin.»

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller freut sich derweil über die Trophäe, die bis zum Endspiel im Roten Rathaus zu sehen ist: «Immer wieder gibt es richtige Schlangen. Prinz Charles begeistert, aber der Pokal kann mithalten», sagte der SPD-Politiker mit Bezug auf den vielbeachteten Besuch des britischen Prinzen in der Hauptstadt. Auch Müller freut sich auf die Finalteilnahme von RB Leipzig: «Dass Clubs aus dem Osten eine Chance haben, ist gut.»

Auf den Endspiel-Sieger warten 4,5 Millionen Euro Siegprämie - der gesamte Wettbewerb wird dem Cup-Champion mehr als 13 Millionen Euro einbringen. Der Final-Verlierer kann sich allein für die Finalteilnahme mit 3,5 Millionen Euro trösten.

Das nationale Cupfinale soll auch über 2020 hinaus in Berlin bleiben. Die Verhandlungen zwischen dem DFB und der Stadt Berlin über eine fünfjährige Verlängerung des derzeit bis zum nächsten Jahr laufenden Vertrages laufen. Möglicherweise soll der neue Kontrakt nach dpa-Informationen noch vor dem diesjährigen Finale unterzeichnet werden.

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