DGB-Report: Ein Drittel der Azubis mit sicherer Perspektive

Dresden (dpa/sn) - Mehr als die Hälfte der Auszubildenden in Sachsen hat im vergangenen Jahr noch keine Gewissheit über die Weiterbeschäftigung nach Ausbildungsende gehabt. Das betraf rund 54 Prozent der Lehrlinge, wie aus dem am Freitag vorgestellten Ausbildungsreport 2020 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen hervorgeht. Nur ein Drittel (32 Prozent) gab an, die Aussicht auf eine unbefristete Beschäftigung zu haben. Das seien zwar etwas mehr als bei letzten Befragung im Jahr 2017, aus Sicht des DGB aber immer noch zu wenig. «Die Fachkräfte von morgen brauchen eine klare Zukunftsperspektive im Betrieb und das geht nur mit einer Übernahmegarantie», sagte Bezirksjugendsekretärin Marlen Schröder.

Für den DGB-Ausbildungsreport wurden im vergangenen Sommer insgesamt 1144 Auszubildende aus Sachsen aus 28 Ausbildungsberufen befragt.

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass die Azubis in Sachsen stark von der Corona-Krise betroffen sind. So gaben 25 Prozent der Befragten an, dass sie in Kurzarbeit geschickt wurden. Betroffen waren demnach vor allem Lehrlinge in Betrieben zwischen 11 und 20 Mitarbeitern. Dort hätten sie häufiger auch Aufgaben von Beschäftigten in Kurzarbeit übernehmen müssen. «Auszubildende dürfen keine Lückenfüller sein. Der Betrieb ist zuallererst Ausbildungsstätte und nicht Arbeitsstätte», kritisierte die stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen, Anne Neuendorf. Der Report zeigt weiterhin, dass die Corona-Krise und zeitweise geschlossene Berufsschulen die Prüfungsvorbereitungen erschwert haben. Mehr als die Hälfte der Azubis gaben an, Probleme bei der Prüfungsvorbereitung zu haben.

Insgesamt zeigten sich die Auszubildenden mit ihrer Lehre im Freistaat recht zufrieden: 75 Prozent bewerteten die fachliche Ausbildung im Betrieb als gut oder sehr gut, mit Blick auf die Berufsschulen waten es 66 Prozent.

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