Diakonie Sachsen schlägt wegen Schuldnerberatung Alarm

Radebeul (dpa/sn) - Die Diakonie in Sachsen hält eine Verdoppelung der Angebote in der Schuldnerberatung für notwendig. Nur 15 Prozent der überschuldeten Haushalte in Sachsen hätten einen Zugang zu einer kostenfreien, sozialen Beratung, teilte die Diakonie am Donnerstag in Radebeul mit. «Jetzt, wo sich die wirtschaftliche Lebenslage vieler Menschen durch die Corona-Pandemie noch einmal dramatisch und nachhaltig verschlechtert hat, ist dieser Missstand besonders bedrohlich, weil Bedarf und Beratungsmöglichkeiten noch weiter auseinandergehen.» 2019 hatten die 18 Schuldnerberatungsstellen der Diakonie Sachsen 3060 Fälle betreut.

«Überschuldung ist eine Lebenskrise, die keinen Aufschub duldet. Wenn eine Befreiung aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist, bedeutet das Verzweiflung und soziale Isolation», erklärte die zuständige Diakonie-Referatsleiterin Rotraud Kießling. Dabei gehe es nicht nur um die Klärung finanzieller Dinge und das Existenzminimum, sondern auch um psychosoziale Unterstützung: «Doch die Wartezeiten für eine Beratung sind viel zu lange, weil die Kapazitäten bei weitem nicht ausreichen.» Das Recht auf Beratung wäre gerade in Pandemiezeiten zum Erhalt des sozialen Friedens sehr wichtig.

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