Die Sächsische Dampfschiffahrt ist pleite

Das Unternehmen ist nach einer Restrukturierung erneut in schwerem Fahrwasser. Für die Weiße Flotte mit neun historischen Raddampfern ist aktuell Hochsaison - nun hat das Traditionsunternehmen die Notbremse gezogen.

Dresden (dpa/sn) - Nur Tage nach einem verspäteten Saisonstart wegen der Corona-Pandemie hat die Sächsische Dampfschiffahrt Dresden (SDS) Insolvenz angemeldet. Der Antrag ging am Mittwochmittag beim Amtsgericht Dresden ein, wie ein Sprecher sagte. Das Unternehmen wird sich nach eigenen Angaben erst am Freitag zur eigenen Zukunft öffentlich äußern. Die Geschäftsführung hatte vergangene Woche über finanzielle Schwierigkeiten berichtet und die nicht gewährte zweite Tranche eines Darlehens vom Freistaat verantwortlich gemacht.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sind die Schwierigkeiten Thema in der Regierung, und die Bedeutung der Sächsischen Dampfschiffahrt ist dem Land als Anteilseigner "sehr sehr bewusst". Der Ball liege "jetzt erstmal noch" bei der Geschäftsführung. Laut Dulig ist die Weiße Flotte mehr als ein Unternehmen und für viele Menschen ein sehr wichtiges Identifikationsmerkmal.

Mitarbeiter der SDS hatten vergangene Woche Alarm geschlagen, weil Löhne und Sozialabgaben für Mai nicht gezahlt wurden und sie um ihre Jobs und die Zukunft der Weiße Flotte bangen. Die Geschäftsführung hatte das ausbleibende Darlehen für die finanziellen Probleme verantwortlich gemacht, bei der Suche nach einer Lösung an den Freistaat appelliert und mitgeteilt, dass parallel eine Sanierung in Eigenverwaltung vorbereitet wird.

Niedrigwasser und damit verbundene Umsatzrückgänge hatten das Traditions- und Tourismusunternehmen 2019 in die roten Zahlen rutschen lassen. Eine geänderte Finanzierungsstruktur war Voraussetzung, dass weiter Geld von Banken und vom Freistaat fließt. Nach eigenen Angaben war die SDS so gut wie saniert und bereit, auch bei niedrigem Elbestand fahren zu können. Sie hat neun zwischen 1879 und 1929 gebaute Raddampfer sowie zwei moderne Fahrgastschiffe und gilt als älteste und größte Raddampferflotte der Welt.

4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    2
    Interessierte
    07.06.2020

    Wieso sind denn die Geschäftsführer der "sächsischen" Flotte alles Wessis ?

    https://menschen-in-dresden.de/2013/11/22/karin-hildebrand-uebernimmt-ruder-bei-saechsicher-dampfschiffahrt/

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Sebastian_Meyer-Stork

    Jeffrey Pötzsch
    https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Saechsische-Dampfschiffahrt-in-Dresden-will-binnen-drei-Monaten-Investor-gefunden-haben

    Die Standorte der Sanierer sind auch alle im Westen …
    https://www.restrukturierungspartner.com/team/burkhard-jung/

  • 5
    0
    Gegs
    03.06.2020

    Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung sind eine gute Möglichkeit, angeschlagene Unternehmen nachhaltig zu sanieren.

  • 26
    3
    Lesemuffel
    03.06.2020

    Lieber die sächsische Dampfschifffahrt retten als Abwrackprämien an die Automobilindustrie.

  • 32
    2
    Echo1
    03.06.2020

    Land Sachsen bitte zu 100% übernehmen.
    Ein Stopp der Schifffahrt wäre oberpeinlich.