Die Wochenkrippenkinder

Die DDR brauchte Kinder - und die Arbeitskraft ihrer Mütter. Also bot der Staat Kinderbetreuung als Rundum-sorglos-Paket: montags in die Krippe, freitags nach Hause. Was hat das mit den Kindern gemacht? Nach Antworten suchen zwei Frauen, die selbst ihre Mütter nur am Wochenende sahen.

Mit wenigen Klicks weiterlesen

Standard

Unsere Empfehlung zum Kennenlernen

  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+ Artikel)
  • Erster Monat 1,00 €
    (danach 7,99 €/Monat)
  • Monatlich kündbar

Premium


  • Unbegrenzt Artikel lesen
    (inkl. FP+ Artikel)
  • Erster Monat 1,00 €
    (danach 18,00 €/Monat)
  • Monatlich kündbar
  • Inklusive E-Paper

Sie sind bereits registriert? 

11Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    Interessierte
    16.09.2019

    Die haben doch bestimmt auch gespielt mit den Kindern ..
    Und hier :
    https://www.zdf.de/politik/frontal-21/ddr-wochenkrippe-interview-ute-stary-100.html

  • 0
    3
    Interessierte
    14.09.2019

    In Chemnitz gab es da eine Krippe auf der Dresdner Straße am Klinikum mit vielleicht 24 Kindern und somit ´Notfälle` für die gesamte Stadt , aber der Westen beschäftigt sich ja` gern mit Minderheiten ....

  • 0
    4
    Interessierte
    14.09.2019

    So viel wie ich weiß , hatten das Studenten genutz , vielleicht noch ein paar alleinstehende Schichtarbeiterinnen , wo es nicht anders ging , da es damals noch keine "24-Stunden-Rundumgrippen" gab , welche es auch erst seit kurzem hier im Westen gibt ....

  • 13
    0
    ManuelaKeller
    13.09.2019

    Ich bin Jahrgang '71 und auch ich bin Wochenkrippen-Kind. Meine Eltern haben einfach keinen anderen Krippenplatz bekommen, denn es ist nicht so, dass es zu dieser Zeit nunTageskrippenplätze en masse gegeben hätte. Und auch meine Eltern waren zum Teil Schichtarbeiter und auch wirtschaftlich gezwungen, dass beide arbeiten gehen, unabhängig davon, ob die DDR Arbeiter brauchte oder nicht. So toll waren die meisten Löhne in der DDR nicht, dass man es sich als junge Familie leisten konnte, auf ein Gehalt zu verzichten. Meine Eltern hätten mich auch gern in eine Tageskrippe gegeben, aber es war eben nicht möglich und die Wochenkrippe die einzige Chance.
    Die Wocheneinrichtungen als reine Verwahranstalten für Kinder zu beschreiben, wird dem auch nicht gerecht. Die Erzieher dort waren genauso liebevoll und engagiert mit dem Umgang der Kleinen wie in einer normalen Tageskrippe oder im Kindergarten.
    Ich glaube nicht, dass es mir geschadet hat und dass ich eine schlechtere Kindheit hatte als andere Kinder. Das sozialere Verhalten kann ich bestätigen, ebenso das selbständigere Handeln. Was meiner Meinung nach wesentlich mehr zählt, ist die Qualität des Zusammenlebens in der Familie und wieviel Liebe gegeben wird, nicht nur die reine Quantität des Zusammenseins.
    Ich hatte trotz Wochenkrippe immer ein sehr liebevolles und intensives Verhältnis zu meinen Eltern, was auch heute noch so ist. Glücklicherweise wohnen wir auch nicht weit voneinander entfernt, sodass wir uns auch oft sehen können. Ich kenne viele Menschen, die keine Kindereinrichtung in ihren ersten Jahren besucht haben und trotzdem ein wesentlich schlechteres Verhältnis zu ihren Eltern haben als ich.

  • 12
    0
    MonaB
    10.09.2019

    Ich bin Jahrgang 1968 und selbst Wochenkrippenkind. Dies hat mir in meiner Entwicklung sicherlich nicht geschadet, aber es hat mich geprägt. Ich habe mich für meine heute 30 und 16 Jahre alten Kinder bewusst jeweils dafür entschieden sie nicht in die Krippe zu schicken, sondern erst in den Kindergarten.

  • 12
    0
    Lesemuffel
    10.09.2019

    Ein sehr interessanter Artikel. Die Versuche Soziales uns Ökonomisches unter einen Hut zu bringen, waren sicher damals notwendig. Dass es psychologisch riskant war, wusste man auch. Aber gab es einen besseren Weg. Heute gibt es zwar keine Wochenkrippe mehr, dafür einen Mangel an Kita-Plätzen und Erzieherinnen/Erzieher. Es soll hin und wieder Gruppen von 3jährigen geben, wo 15 Kinder betreut(?) werden müssen. Und preiswert im Vergleich zu damals ist so ein Platz auch nicht.

  • 16
    3
    Maresch
    10.09.2019

    @Interessierte. Bei Ihrem Kommentar fällt einem sofort die Redewendung: "Äpfel mit Birnen vergleichen" ein. Vermutlich wissen Sie nicht einmal, warum Kinder in Pflegefamilien kommen.

  • 7
    1
    Freigeist14
    10.09.2019

    Der entscheidende Satz : "Am Ende der DDR machte ihr Anteil weniger als zwei Prozent der Betreuungseinrichtungen aus" .

  • 10
    11
    gelöschter Nutzer
    10.09.2019

    @Branderkind: Genau das wollte der Bericht ja eben nicht: das er als Grundsatzkritik an der DDR verstanden wird und das steht auch so drin.

    Ich kann das gut nachvollziehen, gerade aus entwicklungspsychologischer Sicht, dass so eine frühe lange Trennung von der Mutter für kein Kind gut sein kann. Sicher hat noch vieles mehr Auswirkungen auf die Psyche, z.B. wie die Eltern es geschafft haben, dieses Defizit an den Wochenenden oder nach der Krippenzeit auszugleichen oder zumindest abzumildern, aber negieren kann und sollte man diese Auswirkungen nicht, wie so vieles andere auch, was bei Babyerziehung in Ost und West seit den 1930er Jahren bis weit in die 1980er Jahre falsch gemacht wurde (füttern nach Zeitschema, räumliche Trennung Kind /Mutter, schreien lassen etc.).

  • 4
    24
    Interessierte
    10.09.2019

    Heute sind die Kinder in Pflegefamilien ...

  • 22
    3
    BranderKind
    10.09.2019

    Ich habe gerade ausführlich den Artikel gelesen. Dieser Artikel passt in das Bild, das westdeutsche Mütter von uns Frauen im Osten haben und genau vor dem 30. Jahrestag. Wieder einmal wird Müttern ein schlechtes Gewissen eingeredet und nur weil heute einige junge Leute erkennen, dass die Ursachen für Vieles im Leben ihre Eltern sind. Gut, dass die Autorin selbst erkannt hat, dass sie die Wochenkrippenkinder mit normaler oder toller Entwicklung gar nicht untersucht. Meine drei Kinder waren in keiner Wochenkrippe, wir hatten Oma und Opa. In unserer Stadt gab es eine solche Krippe mit engagierten und liebevollen Schwestern. Mit Köchinnen, Näherin und Gärtner bzw. Hausmeister, da können heute Einrichtungen nur träumen. Warum muss alles schlecht geredet werden? Ja, es gab nach den 70 Jahren 5 Monate vollkommen bezahlt frei für das 1. Kind, dann ein Jahr für das 2. Kind und ab 1984 sogar 18 Monate für das 3. Kind. Davon konnten Westdeutsche nur träumen.
    Ich hoffe, dass die Dissertation eine echte Chance bietet, der Geschichte gerecht zu werden.