Die Wochenkrippenkinder

Die DDR brauchte Kinder - und die Arbeitskraft ihrer Mütter. Also bot der Staat Kinderbetreuung als Rundum-sorglos-Paket: montags in die Krippe, freitags nach Hause. Was hat das mit den Kindern gemacht? Nach Antworten suchen zwei Frauen, die selbst ihre Mütter nur am Wochenende sahen.

St. Egidien.

Zwölf Wochen, das sind 84 Tage. Mit zwölf Wochen reagiert ein Kind auf ein Lächeln. Begreift, langsam, dass es selbst und seine Mutter nicht ein und dieselbe Person sind.

An einem Montagmorgen Mitte der 1970er betritt Renate Schneider einen rotgeklinkerten Backsteinbau, steigt in die obere Etage, legt ihren zwölf Wochen alten Sohn Stefan in die Hände einer Erzieherin. Dann geht es die Treppen wieder hinab, sie fährt zur Arbeit. Fünf Tage später, am frühen Freitagnachmittag, holt sie Stefan wieder ab.

So wiederholt sich das Ritual, in jeder Woche der folgenden drei Jahre: Kind in die Garderobe, noch einmal frisch wickeln, die bereitgelegte Einheitskrippenkleidung anziehen. "Abschiedskussel, drücken. Erledigt", sagt Renate Schneider. Montags hin, freitags heim.

"Zwölf Wochen lang gab es damals Geld, beim ersten Kind", sagt Renate Schneider. "Und dann musste er ..." Renate Schneider und ihr Sohn heißen eigentlich anders. Es ist eine sehr persönliche Geschichte, die Renate erzählt. Sie spielt in St. Egidien, einem Dorf zwischen Hügeln und Wäldern im heutigen Landkreis Zwickau. Doch ähnlich hat es sich hunderttausendfach zugetragen in Dörfern und Städten aller Bezirke der ehemaligen DDR.

In ihrem Haus in St. Egidien sitzt Renate Schneider am Küchentisch, Blick ins offene Wohnzimmer. Um die 60 ist sie heute, ihre Kinder lachen von der Wand in eine Kamera, drei nicht mehr junge Erwachsene. Auf Stefan folgte eine Tochter, dann noch ein Sohn: ein Nachzügler, geboren Mitte der 1980er. Mit ihm blieb sie über ein Jahr zu Hause. Ab 1986 gönnte die DDR ihren jungen Müttern schon zwölf Monate bezahlte Freistellung beim ersten Kind. Doch bei Stefan, zehn Jahre zuvor, waren es eben nur besagte drei Monate. Ohne Geld daheimbleiben - so lautete die Alternative, die für die meisten keine war.

Wohin also mit dem Kind? Eine sogenannte Fürsorgerin besucht die junge Mutter nach der Geburt zu Hause, in der DDR ist das üblich. "Die hat gefragt, wie es weitergehen soll mit der Betreuung", sagt Renate Schneider. Eine Krippe für die ganz Kleinen gibt es damals nur im benachbarten Lichtenstein, fünf Kilometer Landstraße entfernt. Doch Renate Schmidt muss jeden Tag knapp zehn Kilometer in die andere Richtung: nach Glauchau, mit dem Moped. Gerade 18 ist sie, noch in der Ausbildung, frisch verheiratet mit Stefans Vater. Die Fürsorgerin selbst schlägt die Wochenkrippe in Lichtenstein vor. Renate stimmt zu. Ihr Mann arbeitet im Dreischichtsystem. "Es ging nicht anders", sagt sie noch einmal. Schwingt da Zweifel mit in ihrer Stimme? Unbequem wäre es gewesen, aber es wäre gegangen, möchte man einwenden - und schweigt stattdessen. "Ich habe auch gar nicht lange überlegt", sagt sie in die Stille. "Warum auch? Die Kinder waren dort gut aufgehoben."

Montags in die Krippe, freitags nach Hause. Vier Nächte ohne Eltern sind das, fast viereinhalb Tage mit Erzieherinnen, die sich um fünf, sechs, manchmal neun Kleinkinder gleichzeitig kümmern mussten. Vor allem Alleinerziehende nutzten das Angebot, Schichtdienstler und Auszubildende, wie Renate Schneider. Forscher schätzen, dass zwischen 1949 und 1989 mehr als 100.000 Kinder in Wochenkrippen und Wochenheimen für Kinder ab drei Jahren untergebracht waren. Offizielle Zahlen gibt es nicht.

Was macht die frühe Trennung mit einem Kind? Und was mit den Eltern?

Auch wenn sie sich nicht erinnern können, geht die Forschung heute davon aus, dass die Zeit in der Wochenkrippe Narben bei den Betroffenen hinterlassen hat. Vor allem zwei Forscherinnen sind es, die sich derzeit mit dem Thema beschäftigen: die Brandenburgerin Ute Stary und die Dresdnerin Heike Liebsch. Sie führen Interviews mit Eltern und Erzieherinnen, vor allem aber mit ehemaligen Wochenkrippenkindern. Als Erwachsene leiden viele von ihnen unter Ängsten, Depressionen. Beziehungen fallen schwer: zum Partner, den eigenen Kindern, den Eltern. Das berichten sie den beiden Forscherinnen.

Für Stary und Liebsch wiederum ist die wissenschaftliche Arbeit eine Gratwanderung: Sie sind selbst ehemalige Wochenkinder.

Zwischen Büchern, die sich bis zur Decke eines Dresdner Altbauzimmers stapeln, atmet Heike Liebsch kurz durch. In einem Seniorenzentrum am anderen Ende der Stadt hat sie gerade einen Vortrag gehalten. Thema: Wochenkrippe. Das Interesse war groß, die Diskussion lebhaft, die Erfahrungen so unterschiedlich wie die Menschen, die sie ausgetauscht haben: ehemalige Wochenkinder, Elternteile, Erzieherinnen. Die drei Punkte eines Dreiecks, das Lebensschicksale umreißt. Darüber will Liebsch ihre Doktorarbeit schreiben. Mitte 50 ist sie und steht, könnte man sagen, am Beginn ihres zweiten Lebens. In ihrem ersten studierte sie Philosophie. Arbeitete, lebte. Wollte keinen Partner, Kinder gern. Bekam keine. Wurde depressiv. Komplexe posttraumatische Belastungsstörung lautet die Diagnose. Mit ihrem Therapeuten macht sie die Wochenkrippe als Ursache aus, in der sie die ersten vier Lebensjahre verbracht hatte. Abgeklärt erzählt Heike Liebsch das in die staubig-trockene Luft zwischen den Buchrücken hinein. Es ist die Bibliothek des Dresdner Vereins Hatikva, Begegnungsstätte für jüdische Kultur. Liebsch fliegt häufig nach Israel, trifft dort Menschen mit Narben, die ihren ähneln: ehemalige Kibbuz-Kinder. Wenige Tage nach der Geburt zogen Säuglinge in den Kibbuz-Gemeinschaften in Kinderhäuser - und blieben dort, bis sie erwachsen waren. Ihre Eltern sahen sie nur stundenweise.

"Nachtwächterin, komm doch. Sag mir nicht, dass sich alle schon an mein Schreien gewöhnt haben. Ich bete, dass du mich zudeckst, die Dämonen vertreibst. Und in der Toilette das Licht für mich anmachst." So geht, frei übersetzt, das Lied der Kibbuz-Kinder. "Das sind so Wünsche, die ein Kind hat", sagt Heike Liebsch. "Aber es ist niemand da." Oft schafften es Erzieherinnen in den DDR-Wocheneinrichtungen gerade, die ganz Kleinen zum Füttern und Wickeln aus den Bettchen zu nehmen. Das berichten ehemalige Erzieherinnen Heike Liebschs Kollegin Ute Stary. Der Fokus lag auf einwandfreier Hygiene. Für individuelle Bedürfnisse blieb kaum Zeit.

Auch die Sowjetunion und CSSR experimentierten mit Wocheneinrichtungen. In der CSSR allerdings schenkte man schon früh Kritikern Gehör, die Kindern in diesen Einrichtungen eine gestörte Bindung zu den Eltern attestierten, und schaffte die Wochenkrippen wieder ab. Kritische Stimmen gab es auch in der DDR: In einer Studie mit 6000 Krippenkindern ermittelte die Medizinerin Eva Schmidt-Kolmer Anfang der 1970er, dass Kinder sich besser entwickeln, je mehr Zeit sie mit den Eltern verbringen. Es sei vor allem eine frühe, abrupte Trennung, die oft ein psychisches Trauma verursache, konstatierte die DDR-Psychoanalytikerin Agathe Israel. Doch, so resümiert sie, die strukturbestimmenden Kreise wischten die Kritik beiseite.

Und die Eltern? Sie taten, was sie für das Beste hielten.

An ihrem Küchentisch in St. Egidien sagt Renate Schneider, ohne aus ihrem nüchternen Tonfall zu fallen: Schlimm sei es für sie gewesen, den Sohn mit drei Monaten abzugeben. Das Kind aber habe ja da noch keine intensive Bindung zu ihr gehabt. Und: Ausbildung, Haushalt, Kind - das hätte sie nicht geschafft, sagt sie. So aber gehören die Wochenenden ganz dem Sohn. Von Entfremdung sei nichts zu spüren gewesen. Die Mutter orientiert sich am Rhythmus der Krippe, übt das Schleifenbinden - so, wie es ihr die Erzieherinnen auftragen. Dazwischen überlässt sie die Erziehung ihres Kindes Menschen, die es wohl besser wissen müssen als sie mit ihren gerade 18 Jahren. Menschen mit Ausbildung und einem Plan, der den Alltag jedes DDR-Krippenkindes minutiös taktet - das imponiert Renate Schneider, und nicht nur ihr.

Eltern ihre vermeintliche Inkompetenz fühlen zu lassen, war Kalkül, sagt Heike Liebsch. Es fügte sich in eine Sozialpolitik, die in der Zwickmühle steckte: Der Staat brauchte Kinder, doch er brauchte auch die Arbeitskraft ihrer Mütter. Also bot er Kinderbetreuung als Rundum-sorglos-Paket. Dazu gab es weitere, handfeste Anreize: Geld zurück etwa für jedes Kind bei Darlehen; ein Angebot, das auch das junge Ehepaar Schneider in St. Egidien annahm. Sicherheit gegen Freiheit, sogar in der Erziehung, das war der Deal, den viele eingingen. Und doch: Auf Dauer funktionierte das nicht. Die Geburtenraten stagnierten, erholten sich mit der Verlängerung des Mutterschutzes und dem bezahlten Babyjahr fürs zweite Kind im Jahr 1976 - und auch das nur vorübergehend ... Mit dem Babyjahr schwand die Bedeutung der Wochenkrippen, resümierte Forscherin Ute Stary 2011 in der Zeitschrift "Psychologie heute". Am Ende der DDR machte ihr Anteil weniger als zwei Prozent der Betreuungseinrichtungen aus.

Auch 30 Jahre später erscheint eine sachliche Bewertung der Wochenkrippen schwer, die Debatte vergiftet durch oft pauschale Kritik am System DDR. Der Nachmittag im Seniorenzentrum habe das einmal mehr bestätigt, sagt Heike Liebsch. "Für viele ist die Diskussion schwer auszuhalten", sagt sie. "Sie befürchten, dass die DDR in den Dreck gezogen wird." Tatsächlich hält auch Liebsch nichts von Rundumschlägen, etwa gegen die Erziehung im Kollektiv, auf die die Krippen und Kindergärten setzten. Dass Kinder Kontakt zu Gleichaltrigen haben, halte sie für essenziell. "Man muss aber das Wie diskutieren, und das Wielange: vielleicht keine acht Stunden am Tag." Das wirft grundlegende Fragen auf. Vor allem die, wer sich anpassen muss: die Familie an die Karriere - oder der Arbeitsalltag den Betreuungsmöglichkeiten.

In der Masse mussten die Kinder mitziehen, sagt Renate Schneider und zuckt mit den Schultern. "Sie haben sich ja gegenseitig angespornt." Mit einem reichlichen Jahr brauchte ihr Großer keine Windeln mehr, aß allein, konnte sich selbst anziehen. Im Dresdner Altbau nickt Heike Liebsch und sagt: "Eine solche Erziehung fördert selbstständiges Handeln. Menschen, die so aufwachsen, verhalten sich häufig sozialer."

Manchen hat das scheinbar nicht geschadet. Mit ihnen würde sie gern sprechen, sagt die Forscherin. Denn es sind vor allem die anderen, die sich als Interviewpartner bei ihr melden: die wie sie einen hohen Preis zahlen für die ersten drei Jahre. Zu ihrer Mutter habe sie lange quasi kein Verhältnis gehabt, sagt Heike Liebsch. "Wir fangen an, uns anzunähern." Vom Küchentisch aus nickt Renate Schneider noch einmal zum Bild ihrer drei Kinder an der Wohnzimmerwand. Der Große wohnt "im Westen", oft sehen sie sich nicht. "Aus ihm ist was geworden", sagt sie, und das Verhältnis sei gut. Doch wer eine Wochenendbeziehung mit einem Kleinkind führt, verfolgt sein Aufwachsen als Zaungast, in Zeitsprüngen.

Wenige Sätze sind es, die verraten, dass auch die Eltern einen hohen Preis gezahlt haben. "Ich hab ihn Montag ohne Zähne gebracht", sagt Renate Schneider, Blick auf die Küchentischdecke. "Freitag hatte er zwei Zähne ... Ich hab ihn am Montag der Erzieherin in den Arm gelegt. Und am Freitag kam er mir entgegengelaufen."

Einen Vortrag zum Thema Wochenkinder hält Heike Liebsch am 19. September ab 18 Uhr im Dresdner Stadtarchiv.

Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 10 Bewertungen
11Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    Interessierte
    16.09.2019

    Die haben doch bestimmt auch gespielt mit den Kindern ..
    Und hier :
    https://www.zdf.de/politik/frontal-21/ddr-wochenkrippe-interview-ute-stary-100.html

  • 0
    3
    Interessierte
    14.09.2019

    In Chemnitz gab es da eine Krippe auf der Dresdner Straße am Klinikum mit vielleicht 24 Kindern und somit ´Notfälle` für die gesamte Stadt , aber der Westen beschäftigt sich ja` gern mit Minderheiten ....

  • 0
    4
    Interessierte
    14.09.2019

    So viel wie ich weiß , hatten das Studenten genutz , vielleicht noch ein paar alleinstehende Schichtarbeiterinnen , wo es nicht anders ging , da es damals noch keine "24-Stunden-Rundumgrippen" gab , welche es auch erst seit kurzem hier im Westen gibt ....

  • 13
    0
    ManuelaKeller
    13.09.2019

    Ich bin Jahrgang '71 und auch ich bin Wochenkrippen-Kind. Meine Eltern haben einfach keinen anderen Krippenplatz bekommen, denn es ist nicht so, dass es zu dieser Zeit nunTageskrippenplätze en masse gegeben hätte. Und auch meine Eltern waren zum Teil Schichtarbeiter und auch wirtschaftlich gezwungen, dass beide arbeiten gehen, unabhängig davon, ob die DDR Arbeiter brauchte oder nicht. So toll waren die meisten Löhne in der DDR nicht, dass man es sich als junge Familie leisten konnte, auf ein Gehalt zu verzichten. Meine Eltern hätten mich auch gern in eine Tageskrippe gegeben, aber es war eben nicht möglich und die Wochenkrippe die einzige Chance.
    Die Wocheneinrichtungen als reine Verwahranstalten für Kinder zu beschreiben, wird dem auch nicht gerecht. Die Erzieher dort waren genauso liebevoll und engagiert mit dem Umgang der Kleinen wie in einer normalen Tageskrippe oder im Kindergarten.
    Ich glaube nicht, dass es mir geschadet hat und dass ich eine schlechtere Kindheit hatte als andere Kinder. Das sozialere Verhalten kann ich bestätigen, ebenso das selbständigere Handeln. Was meiner Meinung nach wesentlich mehr zählt, ist die Qualität des Zusammenlebens in der Familie und wieviel Liebe gegeben wird, nicht nur die reine Quantität des Zusammenseins.
    Ich hatte trotz Wochenkrippe immer ein sehr liebevolles und intensives Verhältnis zu meinen Eltern, was auch heute noch so ist. Glücklicherweise wohnen wir auch nicht weit voneinander entfernt, sodass wir uns auch oft sehen können. Ich kenne viele Menschen, die keine Kindereinrichtung in ihren ersten Jahren besucht haben und trotzdem ein wesentlich schlechteres Verhältnis zu ihren Eltern haben als ich.

  • 12
    0
    MonaB
    10.09.2019

    Ich bin Jahrgang 1968 und selbst Wochenkrippenkind. Dies hat mir in meiner Entwicklung sicherlich nicht geschadet, aber es hat mich geprägt. Ich habe mich für meine heute 30 und 16 Jahre alten Kinder bewusst jeweils dafür entschieden sie nicht in die Krippe zu schicken, sondern erst in den Kindergarten.

  • 12
    0
    Lesemuffel
    10.09.2019

    Ein sehr interessanter Artikel. Die Versuche Soziales uns Ökonomisches unter einen Hut zu bringen, waren sicher damals notwendig. Dass es psychologisch riskant war, wusste man auch. Aber gab es einen besseren Weg. Heute gibt es zwar keine Wochenkrippe mehr, dafür einen Mangel an Kita-Plätzen und Erzieherinnen/Erzieher. Es soll hin und wieder Gruppen von 3jährigen geben, wo 15 Kinder betreut(?) werden müssen. Und preiswert im Vergleich zu damals ist so ein Platz auch nicht.

  • 16
    3
    Maresch
    10.09.2019

    @Interessierte. Bei Ihrem Kommentar fällt einem sofort die Redewendung: "Äpfel mit Birnen vergleichen" ein. Vermutlich wissen Sie nicht einmal, warum Kinder in Pflegefamilien kommen.

  • 7
    1
    Freigeist14
    10.09.2019

    Der entscheidende Satz : "Am Ende der DDR machte ihr Anteil weniger als zwei Prozent der Betreuungseinrichtungen aus" .

  • 10
    11
    Blackadder
    10.09.2019

    @Branderkind: Genau das wollte der Bericht ja eben nicht: das er als Grundsatzkritik an der DDR verstanden wird und das steht auch so drin.

    Ich kann das gut nachvollziehen, gerade aus entwicklungspsychologischer Sicht, dass so eine frühe lange Trennung von der Mutter für kein Kind gut sein kann. Sicher hat noch vieles mehr Auswirkungen auf die Psyche, z.B. wie die Eltern es geschafft haben, dieses Defizit an den Wochenenden oder nach der Krippenzeit auszugleichen oder zumindest abzumildern, aber negieren kann und sollte man diese Auswirkungen nicht, wie so vieles andere auch, was bei Babyerziehung in Ost und West seit den 1930er Jahren bis weit in die 1980er Jahre falsch gemacht wurde (füttern nach Zeitschema, räumliche Trennung Kind /Mutter, schreien lassen etc.).

  • 4
    24
    Interessierte
    10.09.2019

    Heute sind die Kinder in Pflegefamilien ...

  • 22
    3
    BranderKind
    10.09.2019

    Ich habe gerade ausführlich den Artikel gelesen. Dieser Artikel passt in das Bild, das westdeutsche Mütter von uns Frauen im Osten haben und genau vor dem 30. Jahrestag. Wieder einmal wird Müttern ein schlechtes Gewissen eingeredet und nur weil heute einige junge Leute erkennen, dass die Ursachen für Vieles im Leben ihre Eltern sind. Gut, dass die Autorin selbst erkannt hat, dass sie die Wochenkrippenkinder mit normaler oder toller Entwicklung gar nicht untersucht. Meine drei Kinder waren in keiner Wochenkrippe, wir hatten Oma und Opa. In unserer Stadt gab es eine solche Krippe mit engagierten und liebevollen Schwestern. Mit Köchinnen, Näherin und Gärtner bzw. Hausmeister, da können heute Einrichtungen nur träumen. Warum muss alles schlecht geredet werden? Ja, es gab nach den 70 Jahren 5 Monate vollkommen bezahlt frei für das 1. Kind, dann ein Jahr für das 2. Kind und ab 1984 sogar 18 Monate für das 3. Kind. Davon konnten Westdeutsche nur träumen.
    Ich hoffe, dass die Dissertation eine echte Chance bietet, der Geschichte gerecht zu werden.



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