Domowina verurteilt neue Angriffe auf sorbische Jugendliche

Dresden (dpa/sn) - Der sorbische Dachverband Domowina hat Attacken auf junge Sorben in Schönau (Landkreis Bautzen) scharf verurteilt. «Das Muster und die Orte sind immer die gleichen, ob 2014, 2018 und 2020 oder zu anderen Zeiten: Es gibt offenbar einen harten Kern antisorbisch eingestellter Jugendlicher, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, um ihren Hass in krimineller Weise zum Ausdruck zu bringen», sagte Domowina-Chef Dawid Statnik am Mittwoch in Bautzen. Er berief sich auf einen Bericht der «Sächsischen Zeitung», die über den Vorfall vom Wochenende berichtet hatte. Die Polizeidirektion Görlitz bestätigte Ermittlungen des Staatsschutzes in dieser Sache.

«Wir haben in den letzten Jahren feststellen können, dass die Polizei zunehmend sensibler mit dieser Problematik umgeht. Die Domowina wird weiterhin betroffenen Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen und die Zusammenarbeit mit der Polizei fortsetzen», erklärte Statnik. Die Täter würden offenkundig und oft genug fälschlicherweise davon aus, dass sie im Einvernehmen mit vielen anderen handeln: «Deshalb müssen solche Taten als Störung des Zusammenlebens in der Region unmissverständlich und nachdrücklich in der Öffentlichkeit geächtet werden. Zudem hoffen wir auf Gerichtsurteile, die ihre abschreckende Wirkung nicht verfehlen.»

Die Sorben sind eine von vier Minderheiten in Deutschland. Im Osten Sachsens sind rund 40 000 Sorben beheimatet, im Süden von Brandenburg etwa 20 000.

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