Drei Viertel der neuen Lehrer wollen nach Dresden oder Leipzig

In Südwestsachsen haben sich zum neuen Schuljahr 260 Bewerber gemeldet. Ob das den Bedarf deckt, ist mehr als fraglich.

Dresden.

Für das im August beginnende neue Schuljahr 2019/20 haben sich nach Angaben des Kultusministeriums insgesamt 1223 Lehrer mit einschlägiger Pädagogikausbildung beworben. Das seien 93 mehr als vor einem Jahr und 148 mehr als vor zwei Jahren. Zu den Bewerbern gehören 397 Lehrer aus anderen Bundesländern sowie 506 Referendare, die im Sommer ihren hiesigen Vorbereitungsdienst beenden.

Zwar bewarben sich somit knapp 100 weitere Referendare, die dann ebenfalls fertig werden, nicht um einen Platz in Sachsen, wie aus den vom Ministeriumsblog verbreiteten Zahlen hervorgeht. Ihr Anteil liege damit aber nur noch bei 15 Prozent. In der Vergangenheit hätten 40 Prozent der Referendare kein Interesse am Verbleib im Freistaat gezeigt.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hält den "Negativtrend" deshalb nun für beendet: "Bessere Einkommensmöglichkeiten und die Verbeamtung zeigen offenbar Wirkung." Um den Lehrermangel zu beheben, verbeamtet Sachsen seit diesem Jahr Pädagogen, die jünger als 42 Jahre sind. Zudem winkt allen Referendaren, die sich außerhalb der Großräume Dresden und Leipzig zu einer längeren Verweildauer verpflichten, ein monatlicher Sonderzuschlag von mehr als 1000 Euro.

Für das neue Schuljahr haben sich fast drei Viertel der Bewerber für Dresden oder Leipzig gemeldet. Dagegen will nur jeder Fünfte nach Südwestsachsen: 129 Interessenten verzeichnete der Standort Chemnitz des Landesamtes für Schule und Bildung, 128 der Standort Zwickau - darunter in beiden Bezirken nur je 13 Bewerber für Oberschulen.

Allen 1223 Bewerbern werde ein Angebot unterbreitet, so Piwarz. Er bat um "vorurteilsfreie Prüfung und Offenheit, auch in einer anderen Region und Schulart den Dienst anzutreten". Wie viele Stellen in drei Monaten neu besetzt werden sollen, ließ das Ministerium am Freitag offen: "Das steht noch nicht fest." Unklar seien etwa die Abgänge, weil einige Lehrer ihr Ausscheiden vor Erreichen der Altersgrenze "recht kurzfristig" anzeigten. Der Bedarf werde sich auch weiterhin "auf hohem Niveau bewegen" und pro Schuljahr zwischen 1500 und 2000 neuen Vollzeit-Lehrern liegen.

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