Dresdner OB ruft zu Demonstrationen bei Pegida-Jubiläum auf

Dresden (dpa/sn) - Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat die Einwohner der Stadt aufgerufen, um den Jahrestag der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung Gesicht zu zeigen und eine der vielen Veranstaltungen zu besuchen. «Auf dass alle, die mit ihrem Rassismus, Hass und Missgunst das Klima in unserer Stadt vergiften, nur einen kleinen irrelevanten Platz in unserer Stadtgesellschaft einnehmen können», schrieb das Stadtoberhaupt in einem am Mittwoch veröffentlichten Appell.

Die Pegida-Anhänger um ihren vorbestraften Frontmann Lutz Bachmann wollen am 25. Oktober auf dem Dresdner Neumarkt den 6. Jahrestag ihrer ersten Demonstration am 20. Oktober 2014 begehen.

«Wir wollen für ein Dresden stehen, in dem alle ihr Leben leben können, ohne andere in ihrer Freiheit zu beschränken. Und damit unser vielfältiges und weltoffenes Dresden greifbarer wird, müssen wir ohne Vorbehalte aufeinander zugehen, miteinander reden, einander zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen», erklärte Hilbert. Die Dresdner sollten sich unter den vielen Kundgebungen und Kulturveranstaltungen an diesem Tag diejenige aussuchen, die ihnen am nächsten kommt, um sich einzubringen und zu zeigen, «dass Dresden vielfältig und weltoffen ist und es wirklich etwas zu feiern gibt!»

66 Kommentare
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  • 3
    2
    Lesemuffel
    15.10.2020

    Immerhin hat diese Zivilcourage bereits 6 Jahre durchgehalten. Das zeichnet unsere Demokratie aus. In den beiden in Diktaturen wäre es nicht möglich gewesen.

  • 7
    5
    MuellerF
    14.10.2020

    @vV: Widerspruch ist keine Unterdrückung von Meinungen!

    @franzudo: " Ich habe nur ein Bauchgefühl und das sagt mir, dass viele Besucher Sachsen so schätzen, wie es ist. "

    Mein Bauchgefühl sagt mir, dass einige Besucher Dresdens bestimmt nicht willkommen sind, wenn die Pegida ihren Mummenschanz zelebriert.

    Als Organisation hat Pegida selbst in der eigenen Klientel aber kaum noch Bedeutung...

  • 6
    5
    vonVorn
    14.10.2020

    Das KLima haben die Kritiker vergiftet. @MuellerF, mal ne Frage, wer ist gefährlich für die Demokratie, der mit einer anderen Meiung, oder der der die andere Meinung unterdrückt?

  • 7
    9
    franzudo2013
    14.10.2020

    Lieber MuellerF, ich weiß es natürlich nicht. Ich habe nur ein Bauchgefühl und das sagt mir, dass viele Besucher Sachsen so schätzen, wie es ist.
    Irgendwann wird man es analysieren. Pegida konnte nur in Dresden entstehen. Dresden hat genügend Resilienz, um dem Zeitgeist zu widerstehen. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum Chemnitz so hinter die Fichte geführt wurde. Hier wurde versucht, analog der Umbenennung in Karl-Marx-Stadt, die Flamme der Bürgerlichkeit auszutreten, bevor es in der Breite zu Klarheit kommt. Hier wurde das platziert, was man sich in Dresden nicht trauen würde.

  • 12
    10
    MuellerF
    14.10.2020

    " Weiß der OB, wieviele Besucher der Stadt wegen Pegida kommen oder wegbleiben? " Wissen Sie's denn?

    Dresden hatte & hat touristisch auch vor & ohne Pegida genug zu bieten..von wegen "Markenkern"..pff!

  • 6
    17
    franzudo2013
    14.10.2020

    Pegida gehört zum Markenkern Dresdens und Sachsens. Weiß der OB, wieviele Besucher der Stadt wegen Pegida kommen oder wegbleiben?
    Dresden ist näher an Polen und Tschechien. Berlin liegt dafür neben Brüssel.