Dulig dankt Polizeipräsidenten für Entschuldigung beim ZDF

Dresden (dpa/sn) - Sachsens SPD-Chef Martin Dulig hat dem Dresdner Polizeipräsidenten für seine Entschuldigung beim ZDF für das umstrittene Polizeivorgehen beim Besuch der Bundeskanzlerin gedankt. Polizeipräsident Horst Kretzschmar habe damit «die Grundlage für eine sachliche Debatte und zügige Klärung gelegt», teilte Dulig am Sonntag mit. «Das war wichtig, und dafür ist ihm zu danken», sagte er weiter. Dulig forderte weiter, dass die Polizei künftig besser auf die Strategien rechter Aktivisten und Störer vorbereitet werde.

Der Dresdner Polizeipräsident hatte sich am Freitag mit Journalisten des ZDF getroffen und sich danach laut ZDF für das Vorgehen der Dresdner Polizei entschuldigt. Am Tag darauf stellte er klar, dass er deren Vorgehen nicht generell infrage stelle.

Bei einer Pegida-Demonstration gegen Merkel war ein ZDF-Team am 16. August von Bereitschaftspolizisten doppelt kontrolliert und so für eine Dreiviertelstunde am Arbeiten gehindert worden. Das wurde als Eingriff in die Pressefreiheit gewertet und löste bundesweit Kritik aus. Später stellte sich heraus, dass der Auslöser der Kontrollen - ein Pegida-Demonstrant - im Landeskriminalamt Sachsen arbeitet. Er hatte sich lautstark gegen die Filmaufnahmen gewehrt.

Dulig forderte außerdem für die Zukunft einen besseren Umgang mit Fehlern in Sachsen. Es müsse offen über bestehende Probleme gesprochen werden. «Zu oft werden bisher nicht die Fehler zum Problem erklärt, sondern jene Menschen, die diese Fehler ansprechen», sagte er weiter.

Bewertung des Artikels: Ø 2.8 Sterne bei 4 Bewertungen
5Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 11
    7
    Hinterfragt
    25.08.2018

    "... Lediglich die Dauer der Prüfung könnte man monieren. ..."

    In einem gelöschten Artikel war zu lesen, dass die Ursache der Dauer nicht der Polizei, sondern den Reportern und Kameraleuten wegen mangelnder Kooperation bei der Feststellung der Personalien zu schulden war.

  • 18
    9
    Einspruch
    25.08.2018

    Die Polizei muss sich auch nicht entschuldigen, die hat lediglich ihre Arbeit gemacht und einen Sachverhalt und Personalien geprüft. Nur eine Kamera und ein Mikro sind kein Ausweis. Lediglich die Dauer der Prüfung könnte man monieren.
    Ansonsten ist festzustellen, das aus politischen Gründen der Polizei der schwarze Peter zugeschoben wird. Erstens ist es Unsinn, das die Reporter ungefragt alles und jeden in Großaufnahme filmen können und dann bei der Berichterstattung ihre private voreingenommene Meinung mit einfließen lassen. Dadurch erscheint die Situation und die Person dann im schlimmsten Fall in völlig falschen Licht. Das muss niemand dulden. Und zweitens wird oft mit einem anderen Maß gemessen, wenn es sich um gesuchte erwiesene Kriminelle handelt. Wieso werden die dann meist geschwärzt?

  • 17
    12
    Hinterfragt
    25.08.2018

    En ganzer Artikel samt Kommentaren ist hier verschwunden, deshakb an der Stelle nochmal.
    Entschuldigung für was? Und dann wundert man sich, dass der Respekt vor der Polizei im Keller ist.
    Aber gut für die sächs. Polizei; jetzt treibt man mal wieder die Kuh der Berliner Polizei durchs Dorf ...

    Hat sich den eigentlich Frau Merkel schon entschuldigt? Denn durch ihre Politik der letzten 13 Jahre als BKrin haben wir jetzt u.A. der extremen Lehrermangel an Schulen und dadurch geschuldeten Unterrichtsausfall!

  • 9
    4
    Dorpat
    25.08.2018

    Anders als es gestern das ZDF dargestellt hat, hat sich Dresdens Polizeipräsident nicht für den Einsatz seiner Beamten bei einer Pegida-Demonstration entschuldigt. Allerdings hat Horst Kretzschmar in einer am Abend veröffentlichten Erklärung festgestellt, „dass wir als Polizei eine Verantwortung dafür haben, dass die Pressefreiheit in unserem Land gesichert ist“.

  • 11
    6
    Letsop
    25.08.2018

    Hier musste sich der falsche Mann entschuldigen.
    Die größten Fehlleistungen gingen aus von Ministerpräsidenten Kretzschmer und dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...