Dulig: Ost-Beauftragte Hirte bedient «Jammer-Ossi»-Klischee

Dresden (dpa) - Sachsens SPD-Chef Martin Dulig hat den Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), wegen seiner Äußerungen über Ostdeutsche kritisiert. Es sei dessen Funktion unwürdig, dass er das alte Klischee des «Jammer-Ossis» bediene, sagte Dulig der Politiker laut Mitteilung vom Sonntag in Dresden. Das offenbare fehlendes Wissen und Respekt vor Lebensleistung und -situation der Menschen im Osten. Die Grundrente sei eine Anerkennung von Lebensleistung und die Forderung danach kein «Herumjammern», wie Hirte es nenne.

Laut Dulig herrscht in der Bundespolitik zu häufig ein «Westblick». So fehlten dem Osten die Firmenzentralen, die ihren Sitz nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen verlegt haben. «Spezifische ostdeutsche Bedingungen und Bedürfnisse werden oft zu wenig mitgedacht.»

Hirte hatte der SPD Versagen bei der Entwicklung Ostdeutschlands vorgeworfen und von einem falschen Ansatz gesprochen. «Es hilft nicht nur herumzujammern, dass die Ostdeutschen zu kurz gekommen sind und deshalb mehr Geld verteilt werden muss», sagte er der «Thüringer Allgemeinen» (Samstag). Andere SPD-Politiker hatten ihm daraufhin Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...