Durchsuchungen bei «Pro Chemnitz» nach Haftbefehl-Eklat

Chemnitz (dpa/sn) - Wegen der Veröffentlichung des Haftbefehls im Fall eines getöteten Mannes in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft die Fraktionsräume der Bewegung «Pro Chemnitz» im Rathaus durchsucht. Zudem seien am Montag drei Wohnungen und eine Rechtsanwaltskanzlei Ziel der Maßnahmen gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden mit. Es werde gegen drei Beschuldigte ermittelt. Verschiedene Speichermedien wurden sichergestellt.

Auf der Facebook-Seite von «Pro Chemnitz» war vor zwei Wochen der Haftbefehl gegen einen der Männer, die einen 35-Jährigen getötet haben sollen, veröffentlicht worden. Später verschwand er wieder. «Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Die Veröffentlichung des Haftbefehls verstößt angeblich gegen Facebook-Richtlinien und wurde von der "Internet-Polizei" gelöscht», heißt es seither auf der Seite bei «Pro Chemnitz».

Ein Beamter des Justizvollzugsanstalt Dresden hat zugegeben, den Haftbefehl fotografiert und weitergegeben zu haben. Gegen ihn und weitere Verdächtige wird ebenfalls ermittelt. Die Veröffentlichung des Haftbefehls ist strafbar.

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