"Eberhard" richtet in Sachsen schwere Schäden an

In Chemnitz und Leipzig erreichte das Sturmtief Windgeschwindigkeiten bis zu 125 Kilometern pro Stunde. Die Meteorologen geben noch keine Entwarnung.

Chemnitz/Dresden.

Mit starken Böen ist das Sturmtief "Eberhard" in der Nacht zum Montag über Sachsen gezogen und hat dabei zum Teil schwere Schäden angerichtet. In Leipzig und Chemnitz wurden sogar Orkanböen gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag mitteilte. In Chemnitz und am Flughafen Leipzig-Halle wurden Spitzengeschwindigkeiten von 125 Kilometern pro Stunde gemessen.

"Eberhard" verschonte keine Region in Sachsen: "Wir hatten wirklich überall Einsätze - von der Oberlausitz bis nach Leipzig", sagte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium. Vielerorts im Freistaat ließen die Böen am späten Sonntagabend Bäume umstürzen, warfen Verkehrszeichen und Mülltonnen um und deckten Dächer ab.

"Das war schon heftig", sagte eine Sprecherin der Polizei in Chemnitz am Montag. Mehrere Menschen wurden bei Unfällen während des Sturms verletzt. Auf der A 72 bei Chemnitz zog sich ein 47-Jähriger schwere Verletzungen zu, als der Wind seinen auf dem Seitenstreifen angehaltenen Kleintransporter zum Umkippen brachte. Bei anderen sturmbedingten Unfällen wurden zwei weitere Menschen durch umstürzende Bäume in ihren Autos leicht verletzt, so ein 58-Jähriger in Aue. Auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt, rollte aber im Tagesverlauf wieder.

Die Feuerwehr Chemnitz meldete bis zum Montagnachmittag 170 sturmbedingte Einsätze. Insgesamt rückte die Polizei in Chemnitz laut ersten Schätzungen am Sonntagabend zu rund 500 Einsätzen aus. Teilweise sei die Notrufzentrale überlastet gewesen, sagte ein Sprecher. Am Montagmorgen kam es beispielsweise im Revierbereich Stollberg in der Zeit zwischen 7 Uhr bis 8.30 Uhr aufgrund starker Schneefälle und glatter Fahrbahnen zu insgesamt 23 Verkehrsunfällen.

Beamte der Polizeidirektion Zwickau rückten ab Sonntagnachmittag zu über 40 Einsätzen wegen Unwetterschäden im Landkreis Zwickau und dem Vogtlandkreis aus. Meist führten umgestürzte Bäume zu Einsätzen, außerdem waren Dachziegel von Dächern gefallen und Strommasten umgeknickt.

Auch die Sturmschäden in den Wäldern seien beträchtlich, sagte Sachsenforst-Sprecher Renke Coordes. Allein im Forstrevier Grünheide sind in der Nacht zum Montag rund 2500 Bäume umgeknickt. Das Ausmaß sei mit dem Sturmtief "Friederike" vergleichbar, sagt Reviersprecherin Christin Leuschner.

Einen vollständigen Überblick über die Schäden in sächsischen Wäldern gab es zunächst nicht, aber es seien aus allen Landesteilen Schäden gemeldet worden, so der Sachsenforst-Sprecher. Für den Wald sei das ein Problem: Zum einen sei der sogenannte Schneebruch aus dem Januar noch nicht aufgearbeitet. Unter der Last des nassen Schnees waren zahlreiche Äste und Bäume abgeknickt. Zum anderen rechnen die Forstwirte mit einem extremen Borkenkäferjahr. Die Sturmschäden böten den Käfern weitere Bruträume, sagte Coordes. "Das ist äußerst ungünstig."

Auch in den kommenden Tagen ziehen laut Meteorologen Tiefs über Sachsen. Das Wetter gibt keine Ruhe. "Weitere Sturmtiefs werden in dieser Woche erwartet", sagte Meteorologe Marco Manitta vom DWD in Offenbach. Nach "Dragi" am Samstag und "Eberhard" am Sonntag werden am Dienstag die Ausläufer von Sturmtief "Franz" auf Deutschland übergreifen. Bis zum Wochenende werde es "windig bis stürmisch bleiben, teils mit Regen", sagte der Meteorologe.dpa/fp

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...