Einbrecher horten Diebesgut hinter goldenem Tor - Trio in U-Haft

Über Jahre unterhalten Serieneinbrecher ein riesiges Diebeslager. Nach einem Hinweis werden zwei Akteure geschnappt. Die Ermittler brauchen zwei Tage, um die Lagerhalle voller Beute zu räumen.

Dresden (dpa/sn) - Spektakulärer Fund hinter goldenem Tor: Das im Umfang bisher einzigartige Beutelager eines Seriendiebes und seiner Komplizen hat die Kriminalpolizei im Dresdner Norden entdeckt. Die Ermittler brauchten zwei Tage, um die mehr als 1000 Gegenstände, die der 33-Jährige seit 2013 mit Hilfe von Komplizen vorwiegend aus Geschäften und Firmen gestohlen hatte, in der Halle sicherzustellen. "Wir gehen davon aus, dass die Waren einen Wert von mehreren Hunderttausend Euro haben", sagte der Leiter des Einbruchsdezernats Jürgen Leistner, am Donnerstag.

Die Palette reicht von Münz- oder Briefmarkensammlungen über Motorräder, Fahrräder, Luxus-Gepäck, Laptops, HiFi-Anlagen und hochwertige Möbel bis zu Blattgold. Die Menge bringt auch die Kapazität der Asservatenkammer der Behörde an ihre Grenzen, wie Kriminalhauptkommissar Leistner erzählte.

Der Mann und ein 36-Jähriger waren nach einem Hinweis vom Zoll im Januar in einem gestohlenen Auto festgenommen worden. Sie befinden sich, wie auch die 28 Jahre alte Lebensgefährtin des 33-Jährigen, in Untersuchungshaft. Sie soll beim Verkauf der Ware im Internet geholfen haben. Im Zuge der Ermittlungen in dem Fall stießen die Beamten auf das Depot des Trios. "Was sich hinter den Türen verbarg, war spektakulär", berichtete Leistner. "Es sah aus wie im Warenlager eines Geschäftes - und nahm schier kein Ende."

Die Ermittler stehen bei der Zuordnung zu unaufgeklärten Einbrüchen noch am Anfang. Bisher konnten Stücke von etwa 30 Straftaten im Wert von rund 340 000 Euro identifiziert werden: Kleidung aus einer Modeboutique, Pistolen und Gewehre wie vergoldete Kalaschnikows aus einem Waffenladen und Blattgold für rund 35 000 Euro aus einer Firma. Leistner geht davon aus, dass der 33-Jährige mit dem Verkauf der gestohlenen Dinge sein Leben finanzierte.

Dabei ist der Dresdner kein unbeschriebenes Blatt. "Der erste Eintrag stammt von 1997, da war er 14." Seitdem wurde er mehrfach wegen Diebstahls und Einbruchs registriert und war auch im Gefängnis. In Freiheit lebte er auf großem Fuß. "In seiner Wohnung stand ein Bett für 12 000 Euro", sagte Leistner. Kurios: auch der alte Holzofen und das Tor der "Schatzkammer" war vergoldet - mit Diebesgut.

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