Einrichtungen im Sozial- und Erziehungsdienst im Warnstreik

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Wieder sind Hunderte Kitas und Horte geschlossen oder bieten nur eine eingeschränkte Betreuung. Am Donnerstag hatten Gewerkschaften erneut zu einem ganztägigen Warnstreik in Sachsen aufgerufen, für Freitag in Sachsen-Anhalt. Am Montag wird weiterverhandelt.

Leipzig.

Eltern von Kita-Kindern in Sachsen mussten sich am Donnerstag erneut auf Einschränkungen bei der Betreuung einstellen. Die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi gehen von Hunderten Einrichtungen aus, die entweder ganztägig geschlossen sind oder lediglich eine eingeschränkte Betreuung anbieten können, wie Gewerkschaftssprecher mitteilten. Am Freitag sind ganztägige Arbeitsniederlegungen in Sachsen-Anhalt vorgesehen. Dabei sind laut GEW mehr als 600 Einrichtungen in den nördlichen Landkreisen zum Warnstreik aufgerufen. Kundgebungen soll es am Freitag in Stendal und Halberstadt geben.

In Sachsen war am Donnerstag laut Verdi flächendeckend zum Arbeitskampf aufgerufen worden. Im Freistaat legten nach GEW-Angaben mehr als 1400 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Demnach waren alleine in Dresden drei Viertel und in Leipzig zwei Drittel der Einrichtungen betroffen.

Seit Februar laufe die derzeitige Tarifrunde im Sozial- und Erziehungsdienst, in der die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt hätten, sagte die sächsische GEW-Landesvorsitzende Uschi Kruse. "Es liegt ganz klar bei ihnen, sich in der am kommenden Montag beginnenden dritten Verhandlungsrunde nun auf die Gewerkschaften zuzubewegen und annehmbare Angebote vorzulegen." Sich über die erneuten Arbeitsniederlegungen beschwerende Eltern verwies die Gewerkschaft an die Arbeitgeber.

Die Gewerkschaften verhandeln seit dem 25. Februar mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände unter anderem über Sonderregelungen für den Sozial- und Erziehungsdienst. "Es geht um mehr Geld und mehr Wertschätzung für die Arbeit der Beschäftigten", sagte Frank Wolters von der GEW in Sachsen-Anhalt. Mit den Aktionen solle der Druck auf die kommunalen Arbeitgeber vor der dritten Tarifrunde am 16. und 17. Mai in Potsdam erhöht werden.

Man mache sich Sorgen um die frühkindliche Bildung, sagte eine Erzieherin aus Görlitz nach GEW-Angaben. "Schließlich geht es um die kommende Generation. Die wird momentan im besten Fall betreut, von Bildung kann flächendeckend keine Rede sein. Dazu braucht man ausreichend und motivierte pädagogische Fachkräfte."

Die Linksfraktion im sächsischen Landtag unterstützt zwar die Forderungen der Gewerkschaften, warnt aber davor, deren Umsetzung mit steigenden Elternbeiträgen zu finanzieren. Die Träger bräuchten mehr Geld, das die Kommunen nicht aufbringen könnten, sagte Marika Tändler-Walenta, Sprecherin für Kindertagesstätten. "Sie dürfen es sich auch nicht bei den Eltern holen, indem sie die Beiträge erhöhen. Der Freistaat muss seinen Landeszuschuss anheben. Die Elternbeiträge können unmöglich weiter steigen und müssen perspektivisch sogar sinken." (dpa)

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