Einstellungs- und Investitionsstopp bei RB Leipzig

Trotz des potenten Geldgebers aus Österreich im Rücken trifft die Corona-Krise auch RB Leipzig hart. Clubboss Oliver Mintzlaff hat die Mitarbeiter in einer E-Mail auf schwere Zeiten eingestellt.

Leipzig (dpa) - Am Freitag soll bei RB Leipzig wieder der Ball rollen. Doch von der Normalität ist man beim Fußball-Bundesligisten noch ganz weit entfernt. Die Profis treffen sich am Cottaweg nach gut einwöchiger Auszeit, trainieren womöglich in Gruppen. «Wir gehen gewiss nicht davon aus, in drei Wochen wieder gut gelaunt im Stadion zu sitzen», sagte Vorstandschef Oliver Mintzlaff am Mittwoch. Selbst ein Spiel vor leeren Rängen sehe er in drei Wochen noch nicht.

Weil die Coronavirus-Pandemie wirtschaftliche Turbulenzen mit sich bringt und ein Ende des Ausnahmezustands nicht seriös abzusehen ist, schnallt auch RB Leipzig den Gürtel enger. Der Vorstand verabschiedete ein internes Maßnahmenpaket, um die Arbeitsplatzerhaltung der über 400 Mitarbeiter zu gewährleisten. «Dabei geht es um die Streichung von Investitionen und Kampagnen. Zudem werden wir 2020 keine Neu-Einstellungen vornehmen. Das gibt uns etwas Luft», sagte Mintzlaff und betonte die Dramatik der Situation: «Wir können sicherlich noch im übernächsten Monat alle Gehälter zahlen. Aber irgendwann können wir das wirtschaftlich nicht mehr auffangen.»

Selbst den Worst Case hat der 44-Jährige durchrechnen lassen. Und hofft darauf, diese Pläne für immer in der Schublade lassen zu können. Fakt ist: Mit Einnahmen aus Zuschauerverkäufen kalkuliert RB in dieser Saison nicht mehr. Was TV- und Sponsoren-Gelder betrifft, so hängt alles davon ab, ob und wann wieder gespielt werden kann. «Wir müssen schauen, dass wir die Saison zu Ende bringen. Dass das ohne Fans sein wird, ist relativ klar», betonte Mintzlaff.

Der Manager begrüßte die Entscheidung der UEFA, die EM-Endrunde um ein Jahr zu verschieben. «Das war folgerichtig. Alles andere wäre völliger Wahnsinn und nicht durchführbar gewesen», sagte der frühere Leichtathlet. Damit ist zumindest gewährleistet, dass die Bundesliga theoretisch bis Ende Juni spielen könnte.

Und das wäre auch für RB überlebenswichtig. «Jeder, der glaubt, dass Red Bull jedes Loch stopfen kann, hat unseren Weg immer noch nicht verstanden. Wir können nicht ewig den Spielbetrieb pausieren und trotzdem hohe Ausgaben haben», sagte Mintzlaff. Neue Kreditaufnahmen schloss der Geschäftsführer nicht aus.

Die Auswirkungen der Corona-Krise werde ihre Spuren auch in der kommenden Transferphase hinterlassen. Man könne nicht davon ausgehen, sagt Mintzlaff, dass es ein Transferfenster geben werde, wie man es kenne. Ob dies mit einem Wertverlust der Spieler einhergeht, wollte Mintzlaff nicht kommentieren. «Das wäre nur ein Blick in die Kristallkugel und keine valide Aussage», sagte der RB-Chef.


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