Eisold kandidiert für CDU als Bürgermeister in Arnsdorf

Die ostsächsische Gemeinde Arnsdorf ist 2019 wegen des Rücktritts der von Anfeindungen zermürbten SPD-Bürgermeisterin ins Schlaglicht geraten. Nun bewirbt sich neben einem parteiunabhängigen Kandidaten auch ein CDU-Mann um die Nachfolge.

Bautzen (dpa/sn) - Der 47 Jahre alte Wirtschaftsingenieur Frank Eisold tritt für die CDU zur Bürgermeisterwahl in der ostsächsischen Gemeinde Arnsdorf an. Er erhielt am Freitagabend auf einer Mitgliederversammlung des Kreisverbandes in Bautzen 83 Prozent der Stimmen, teilte die Partei am Samstag mit.

Arnsdorf war bundesweit in die Schlagzeilen geraten, weil Bürgermeisterin Martina Angermann (SPD) nach monatelanger Hetze und Anfeindungen im November 2019 vorzeitig in den Ruhestand versetzt worden war, nachdem sie zuvor lange krankgeschrieben war.

Neben CDU-Bewerber Eisold tritt Ilko Keßler als Kandidat für das überparteiliche Bürgerforum 1990 an, das bei der Kommunalwahl 2019 stärkste Kraft wurde. Es gehe um einen Neustart und darum, Ruhe in die Situation zu bringen. «Das traue ich mir zu», so Keßler. Weitere Bewerbungsvorschläge können noch bis zum 20. Februar in der Gemeinde eingereicht werden. Die Wahl findet am 26. April statt.

In Arnsdorf hatten 2016 vier Männer einen psychisch kranken Flüchtling aus dem Irak mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt. Sie hatten ihr Verhalten als Notwehr dargestellt. Angeblich soll der Iraker eine Kassiererin eines Supermarktes bedroht haben. Ermittlungen gegen ihn waren mangels Nachweis einer Bedrohung aber später eingestellt worden.

Angermann hatte die Tat wiederholt verurteilt und war so selbst zum Feindbild geworden. «Eines der Hauptziele wird es für mich sein, dass die Menschen in Arnsdorf wieder besser miteinander an der Lösung von Konflikten arbeiten», sagte CDU-Kandidat Eisold.

Landrat Michael Harig, Vorsitzender des Kreisverbandes Bautzen, nennt als wichtige Aufgabe für den neuen Bürgermeister Engagement für den Zusammenhalt in der Arnsdorfer Gemeinschaft. «Diese Aufgabe kann nur gemeinsam mit dem Gemeinderat und der gesamten Bürgerschaft gelingen», sagte Harig.

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