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Die Evangelische Kirche in Deutschland zieht zum Abschluss ihrer Synode in Dresden ein positives Fazit. (Archivbild)
Die Evangelische Kirche in Deutschland zieht zum Abschluss ihrer Synode in Dresden ein positives Fazit. (Archivbild) Bild: Sebastian Kahnert/dpa
Sachsen
EKD beendet Synode: Friedensdenkschrift und Einsatz von KI

Die EKD will Künstliche Intelligenz gezielt in der kirchlichen Arbeit einsetzen und arbeitet an einheitlichen Standards.

Dresden.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) möchte eng an den Fragen der Zeit bleiben. Zum Abschluss der EKD-Synode in Dresden stellten die Synodalen ihre Vorstellungen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der kirchlichen Arbeit vor. Einzelne Landeskirchen hätten schon damit angefangen und Richtlinien über den Umgang mit KI verabschiedet, sagte Peter Böhlemann, Vorsitzender des Zukunftsausschusses der EKD. Allerdings sei Wildwuchs Tür und Tor geöffnet. Die Synode habe deshalb beschlossen, einheitliche Standards zu erstellen.

KI soll bei Vorbereitung von Gottesdiensten zum Einsatz kommen

Auch ein Antrag unter dem Titel "Liturgie-Tool" fand Zustimmung. Dabei geht es um den Einsatz von KI bei der Vorbereitung von Gottesdiensten. Bisher habe man dafür Materialien wie Gottesdienstbücher zur Verfügung gestellt, aus denen etwa das Thema des Gottesdienstes, Gebete und Lesungstexte herauszusuchen waren. Die bisherige Praxis koste aber viel Zeit und letztlich könne es die KI besser, sagte Böhlemann. Man wolle nun ein Modellprojekt auflegen, das die Zusammenstellung eines Gottesdienstes aus vorhandenen Quellen und in einem begrenzten System unterstützt. 

Denkschrift: Zum Schutz vor Gewalt kann Gegengewalt nötig sein

Die Tagung der EKD-Synode stand seit vergangenem Sonntag unter dem Thema "Kirche und Macht". Die 128 Synodalen befassten sich auch mit einer "Friedensdenkschrift". Damit schlägt die EKD in der Frage von Krieg und Frieden einen veränderten Kurs ein. Das Leitbild eines gerechten Friedens verbindet die Hoffnung auf Frieden mit der Notwendigkeit einer gerechten Ordnung, die notfalls durch Zwangsmaßnahmen geschützt werden muss, hieß es. "Dazu gehört auch die Anerkennung der Tatsache, dass zum Schutz vor Gewalt auch Gegengewalt nötig sein kann."

"Jesu Botschaft der Gewaltlosigkeit bleibt zentral. Die EKD würdigt pazifistische Positionen als wichtige Stimmen, die daran erinnern, dass Gewaltanwendung immer schuldig macht. Doch distanziert sich die Denkschrift von früheren Positionen, die den Dienst ohne Waffe als 'deutlicheres Zeichen' christlichen Friedenshandelns ansahen", hieß es zum Anliegen der Friedensdenkschrift. 

Präsidium zieht positives Fazit

Nach 21 Stunden Plenum, 16 Stunden Beratungen in Ausschüssen und Arbeitsgruppen und mehr als zehn Andachten und Gottesdiensten zog das Präsidium ein positives Fazit. "In lebendigen Debatten zeigte sich die Vielfalt der Perspektiven, bei zugleich konstruktiver und lösungsorientierter Diskussionskultur", hieß es. Man habe 27 Beschlüsse gefasst, viele davon mit Signalwirkung.

Ein Schwerpunkt der Synode war sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche und Diakonie. Betroffene forderten eine zügige und angemessene Aufarbeitung und Anerkennung ihrer Leidensgeschichte. "Sexualisierte Gewalt und Missbrauch sind schwerste Verbrechen. Kein Geld, keine Summe, keine Richtlinie kann wiedergutmachen, was Menschen angetan wurde", sagte Nancy Janz, Sprecherin der Betroffenenvertretung im Beteiligungsforum der Kirche. Eine angemessene Anerkennung könne jedoch etwas lindern. 

"Diese Synode hat viele Fäden aufgenommen und neue Linien gelegt", sagte Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich: "Wir haben Zukunftsthemen miteinander verknüpft: Wir haben offen und ehrlich beraten, wie Kirche Verantwortung gestaltet, wie sie Technologie nutzt, wie sie sich in die friedensethische Debatte einbringt und Vertrauen stärkt, im Bewusstsein, dass Glauben und Handeln zusammengehören."

Die Syondaltagung im kommenden Jahr steht unter dem Motto "Gemeinsam
weiter – Kirche als Werkstatt für Demokratiebildung und intergenerationales Lernen als Ausdruck gelebten Glaubens." (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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