Entwarnung bei Sprengstoff-Verdacht vor «Freital»-Prozess

Gleich zum Auftakt von Sachsens erstem Terrorprozess werden die Nerven im Dresdner Oberlandesgericht arg strapaziert. Es schlagen Sprengstoffhunde an. Wenig später dann die erlösende Nachricht.

Dresden (dpa/sn) - Vor Beginn des Prozesses gegen die rechtsextreme «Gruppe Freital» in Dresden hat ein Sprengstoff-Verdacht am Dienstagmorgen für Aufregung gesorgt. Er stellte sich jedoch schnell als unbegründet heraus. Zwei Suchhunde hätten offensichtlich auf ein Pflegemittel für Gummi angeschlagen, sagte ein Polizeisprecher. Sie hatten zuvor jeweils an derselben Stelle im Bereich der Toiletten im Oberlandesgericht Dresden Laut gegeben. Daraufhin waren Experten hinzugezogen worden. Der Prozess soll um 10.00 Uhr beginnen.

Auch im Gerichtssaal wurde ein «merkwürdiger Geruch» wahrgenommen, der wohl aus der gleichen Quelle stammt. Wegen des Sprengstoffverdachts hatte sich der Einlass zum ersten Terrorprozess der sächsischen Justiz verzögert.

Sieben Männern und einer Frau im Alter zwischen 19 und 39 Jahren wirft die Bundesanwaltschaft etwa die Bildung einer terroristischen Vereinigung, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und die Herbeiführungen von Sprengstoffexplosionen vor.

Mit fünf Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und politisch Andersdenkende in Freital und Dresden wollte die Gruppe laut Anklage ein Klima der Angst und Repression erzeugen. Die Angeklagten sitzen zum Teil bereits seit November 2015 in Untersuchungshaft.

Der Prozess findet in einem eigens dafür eingerichteten Hochsicherheitsgebäude einer im Aufbau befindlichen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge statt. Vorerst sind bis Ende September mehr als 60 Verhandlungstage terminiert.

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