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Erhaltung historischer Gärten im Klimakrise Herkulesaufgabe

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Wassermangel und Schädlinge setzen auch Deutschlands historischen Gartenanlagen zu. In einem Forschungsprojekt wurden bewährte und neue Ideen gesammelt, um die Folgen des Klimawandels abzufangen.

Bad Muskau.

Ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes bundesweites Forschungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS) macht Hoffnung auf den Erhalt historischer Gärten und Parks, trotz der gravierenden Auswirkungen des Klimawandels. "Wir haben keine frohen Botschaften, aber gute Ergebnisse", sagte AGDS-Präsident Bernd Schreiber zur Abschlusstagung am Freitag im sächsischen Bad Muskau. Seit 2022 wurde das vorhandene Wissen und Handeln in den Gartenverwaltungen erfasst und um wissenschaftlich diskutierte Innovationen ergänzt.

Mit den gefundenen Lösungsansätzen "hoffen wir, die sensiblen Gartenkunstwerke auch in Zeiten des Klimawandels erhalten zu können", sagte Schreiber. Knapp 90 Einzelmaßnahmen, Konzepte oder Strategien sind nun analog und digital öffentlich zugänglich samt Beschreibungen, Zahlen und Kontakten - als Broschüre und Website. Die Maßnahmen reichen von Artenschutz, Wiesen- und Rasenpflege über Mulchen und Kompostierung bis zu Vermehrungstechnik und natürlicher Nachverjüngung.

Die in der AGDS vereinten 15 Verwaltungen der ehemals fürstlichen Schlösser und Gärten seien überzeugt, dass deren Bewahrung "auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist", sagte Schreiber. Besucherzahlen in Millionenhöhe belegten "ein unglaubliches emotionales Potenzial und eine Verbundenheit der Bevölkerung mit den Garten- und Kunstdenkmälern".

Seit den Dürrejahren 2018 bis 2020 habe sich in den zur AGDS gehörenden Anlagen der Pflegeaufwand um etwa 25 bis 30 Prozent erhöht, sagte Jost Albert, Gartendirektor der Bayerischen Schlösserverwaltung. Eine Schätzung des Mehraufwands in den bundesweit wichtigsten Gartendenkmälern von 2022 gehe von 200 bis 250 Millionen Euro zusätzlich aus.

Trotz massiver Altbaumverluste gebe es "sehr berechtigte Hoffnung für die historischen Gärten", so das Fazit des Projekts. Cord Panning, Geschäftsführer und Parkdirektor der Fürst-Pückler-Stiftung Bad Muskau, forderte, die großen staatlichen Regiebetriebe zu stärken. Sie hätten Kompetenzen, Kontinuität und Ressourcen, "um Vorreiter zu sein, wie der Klimawandel in den Griff zu bekommen ist".

Zu den Schlussfolgerungen gehört, das gesamte Spektrum des Komplexes Boden-Wasser-Pflanze zu betrachten und das Parkpflegemanagement neu zu justieren. In der Vergangenheit sei zu vieles outgesourct worden "und muss jetzt wieder, teilweise mühsam und aufwendig, in die Prozesse des Bewahrens reintegriert werden", sagte Panning. Das betreffe etwa die Speicherfähigkeit und Fruchtbarkeit des Bodens, das Halten des Oberflächenwassers in der Anlage, den Bau von Zisternen oder die Gewinnung widerstandsfähiger Gehölze in eigenen Baumschulen.

Mit dem Problem des Klimawandels beschäftigen sich historische Gärten seit über 20 Jahren. In der Vergangenheit hätten die Gärtner die Folgen noch "mit allerlei Kniffen optimieren" können, sagte Schreiber. "Diese trügerische Balance kippte in den katastrophalen Dürrejahren 2018 bis 2020 vollständig." Die Wasserversorgung der Altbäume brach zusammen, die Fällzahlen verzigfachten sich, irreversible Verluste durch neue Schadfaktoren nahmen "beängstigend" zu, wie es hieß. Die Meisterwerke der Gartenkunst authentisch zu erhalten, sei angesichts dessen "eine Herkulesaufgabe". (dpa)

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