Ermordete Sophia L. kann bestattet werden

Es waren quälende Wochen für die Familie der ermordeten Studentin Sophia L. - denn ihr Leichnam blieb wochenlang in Spanien. Nun aber kann die Tote beigesetzt werden. Unterdessen warten die Ermittler auf die Überstellung des Tatverdächtigen nach Deutschland.

Bayreuth (dpa) - Rund zweieinhalb Monate nach ihrem gewaltsamen Tod kann die Studentin Sophia L. nun beigesetzt werden. Die Bayreuther Staatsanwaltschaft habe den Leichnam am Mittwoch zur Bestattung freigegeben, teilte die Behörde mit. Erst vor kurzem hatten die spanischen Ermittler die Leiche nach Deutschland überführen lassen. Am Dienstag wurde dort nochmals eine rechtsmedizinische Untersuchung durchgeführt. Zu den Ergebnissen wollten die Ermittler nichts sagen.

Die in Amberg in der Oberpfalz geborene 28-Jährige wollte Mitte Juni von ihrem Studienort Leipzig aus in Richtung Nürnberg trampen. Dabei wurde sie den Ermittlungen zufolge von einem 41 Jahre alten Lastwagenfahrer an einer Tankstelle an der A9 in Sachsen mitgenommen und in Oberfranken umgebracht.

Tatverdächtig ist der Lkw-Fahrer aus Marokko, der derzeit in Spanien in Haft sitzt. Er soll aber nach Deutschland überstellt werden. Wann der Mann hier ankommt, ließ der Bayreuther Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel am Mittwoch offen. Sobald er in Deutschland eintreffe, könne man die Ermittlungen zügig weiterführen und an der Anklageerhebung arbeiten, ergänzte er.

Die Polizei geht davon aus, dass Sophia L. auf einem Rastplatz in Oberfranken getötet wurde. Ihre Leiche fand man wenig später in Spanien. Dort wurde auch der Tatverdächtige festgenommen. Anfang August hatten Angehörige und Freunde einen Gottesdienst in Amberg organisiert, um in aller Ruhe ohne Öffentlichkeit von Sophia Abschied nehmen zu können.

Schon zuvor hatten Familie und Freunde die Polizei in einem offenen Brief kritisiert: Das Verschwinden Sophias sei nicht ernst genommen worden. Ebenso beklagte sich Sophias Bruder darüber, dass der Leichnam so lange in Spanien geblieben war.

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