Erster Beauftragter für jüdisches Leben

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Regierung hat mit Thomas Feist (53) erstmals einen Beauftragen für jüdisches Leben berufen. In dieser Funktion soll er auch gegen Antisemitismus vorgehen. Jüdisches Leben sei ein wichtiger Teil unserer Geschichte und Gegenwart und wieder ein bestimmender Teil der sächsischen Heimat, erklärte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag in Dresden.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sprach von einem klaren Signal an die jüdische Gemeinschaft in Sachsen. «Sie ist Teil unserer Gesellschaft, sie kann sich hier sicher fühlen und wir schätzen die jüdische Geschichte, Religion und das kulturelle Leben.» Ein Expertenrat soll die Arbeit des Beauftragten unterstützen. Seine Stelle ist im Kultusministerium angesiedelt.

Feist saß von 2009 bis 2017 für die CDU im Bundestag. Mehrere Jahre leitete er die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Leipzig. In seinem neuen Ehrenamt soll er nicht nur Ansprechpartner für jüdische Bürger und die jüdischen Gemeinden sein. Er berät die Regierung etwa bei der Förderung jüdischen Lebens und der Pflege des historischen Erbes. Weiterer Schwerpunkt ist der Antisemitismus. «Der beste Weg, um Antisemitismus entgegenzuwirken, ist Begegnung, Bildung und Aufklärung», betonte Piwarz.

Die drei jüdischen Gemeinden in Chemnitz, Dresden und Leipzig haben derzeit rund 2600 Mitglieder, die Hälfte davon in Leipzig.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    5
    Interessierte
    08.03.2019

    Er durfte in der DDR nicht studieren und mußte einen Handwerkerberuf erlernen , und es folgte ein Studium der Musikwissenschaft, Soziologie und Theologie - aber jüdisch ist er wohl nicht ...



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