Evangelische Kirche: Fünf Glocken mit Bezug zur Nazi-Zeit

Auch in Sachsens evangelischen Kirchen hängen Glocken mit Symbolen und Inschriften aus der Nazi-Zeit. Wie mit dem Erbe umgegangen wird, soll nun mit den betroffenen Gemeinden besprochen werden.

8Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Freigeist14
    05.06.2019

    Lesemuffel@ Ihnen dürfte bekannt sein ,das Bibliotheken (überall ? ) nach 1945 vom braunen Unrat befreit worden sind . Das Archive als Dokumentationsraum das anders gestalten erscheint einleuchtend . Nazi - Symbolik machte auch nicht vor Kirchen halt - war doch die Evangelische Kirche im voreilenden Gehorsam und berufend auf die antisemitischen Ausfälle Martin Luthers eher bereit,sich auf die neuen Machthaber einzulassen . Das gipfelte in die Strömung der "Deutschen Christen " , die gar das Hakenkreuz im Christuskreuz trug und offen einen "heidnisches und kämpfenden arischen Jesus " beschwor . Siehe auch dazu das Altarbild vom Blonden Jesus in der Marienkirche Crimmitschau .

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    Lesemuffel
    05.06.2019

    Zum Schweigen gezwungen Glocken sind auch ein Symbol für die Zeit, in der das angeordnet wurde. Ob die Neonazis Kenntnis von diesen Glocken haben? Vielleicht sind sie gar davon inspiriert worden? Ich besuche gern im Urlaub Kirchen, höre auch gern den Glockenklang als Zeichen unserer christlichen Wurzeln. Auf die Idee den Glockenturm zu besteigen, um nachzusehen ob da vielleicht eine Nazisymbolik zu sehen ist, bin ich noch nicht gekommen. Solche Glocken erschüttern mein Weltbild nicht, machen den Faschismus nicht rein. Wie ist es mit den in der Nazi Zeit gedruckten Büchern in Archiven, Bibliotheken? Alle schon ausgeräumt? Der Faschismus hat andere Wurzeln als Glocken.

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    ralf66
    04.06.2019

    @Distelblüte, mit der AfD-Linie, wie Sie schreiben, habe ich mich zu dem Thema Reichskonkordat noch gar nicht befasst, deshalb muss ich diesen Vorwurf zurückweisen, dass ich mich mit meiner Ansicht dazu auf AfD-Linie befinde. Auch wenn Sie keinen Einfluss in dieser Beziehung haben, sind Sie für die Abschaffung von heute noch bestehenden Regeln, Gesetzten und Gegenständen aus der NS-Zeit, oder sehe ich das falsch? Dazu gehört auch, egal unter welchen Umständen diese Regeln, Gesetze und Gegenstände aus der NS-Zeit entstanden sind, das Reichskonkordat von 1933, was nicht nur zur Ruhigstellung des Klerus dienen sollte, sich politisch nicht zu betätigen, oder einzumischen, sondern der Kirche auch erhebliche Vorzüge brachte, vor allem finanzieller Art, diese finanziellen Vorzüge, diese gesetzlich festgelegte finanzielle Absicherung der Kirche aus der NS-Zeit, würden bei Abschaffung in heutiger Zeit, wegen der Gleichberechtigung, auch für die evangelische Kirche wegfallen und das möchten Sie natürlich nicht, deshalb ist Ihre Sichtweise auf die Dinge, nur die mit NS-Symbolen, oder Sprüchen versehenen Glocken zu beseitigen und mit dieser Vorgehensweise alleine das Seelenheil wieder herzustellen, viel zu einfach und sehr kurzsichtig gedacht! Sprichwort: Wer das Eine will, muss das Andere mögen!

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    Distelblüte
    04.06.2019

    @ralf: Ich habe darauf keinen Einfluss. Ansonsten liegen Sie ganz brav auf AfD-Linie, die in den Kirchen zumindest keinen zukünftigen Verbündeten sieht. Das Reichskonkordat war letztlich nichts anderes als die Pistole auf der Brust der katholischen Kirche: entweder sie macht den Deal mit den Nazis, oder die Priester und auch Gläubigen müssen mit Schikanen und Verfolgung rechnen. Wie die katholische Kirche entschieden hat, ist bekannt.

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    2
    ralf66
    04.06.2019

    @Distelblüte, bevor Sie sich an den paar Glocken mit NS-Symbolen und Inschriften stoßen, müsste man da schon etwas genauer vorgehen und die Vorzüge der Kirche beseitigen, die sie durch das 3. Reich erhielt und das wäre die Abschaffung des Reichskonkordat von 1933. Bitte keine halben Sachen!

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    Distelblüte
    04.06.2019

    @suzuki: Eher nicht, die Deutschen Christen, ob katholisch oder evangelisch, waren mehr oder weniger gleichgeschaltet. Einzig die Mitglieder der Bekennenden Kirche wie zum Beispiel Dietrich Bonhoeffer (ermordet von den Nazis), Paul Schneider (ermordet im KZ Buchenwald) oder Martin Niemöller (mehr als 8 Jahre im KZ inhaftiert) bekundeten öffentlich, dass Kirche und Nationalsozialismus nichts gemeinsam haben.

    Der auf den Glocken angebrachte Bibelvers (Markus 10,14) ist sehr bekannt: "Lasst die Kinder zu mir kommen (spricht Jesus Christus) und wehrt ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes."
    Diesen Vers ideologisch umzudeuten (auf Kinder, die Adolf Hitler - in den Krieg? - folgen sollen) ist eine Ungeheuerlichkeit. Im Grunde Gotteslässterung (heute nicht mehr strafbar).
    Dass diese Glocken ersetzt werden sollen, ist mehr als geboten.

    @ralf66: Man kann natürlich so tun, als wäre das alles nichts schlimmes, denn die Glocken haben ja bisher auch ihren Dienst getan. Zu DDR-Zeiten konnte die Regierung (glücklicherweise) nicht an kirchliches Eigentum heran, und wie Sie selbst sagten: neue Glocken gießen zu lassen ist sehr teuer. Aber es ist ein Unterschied, nicht zu wissen, dass das sonntägliche Glockenläuten mit Nazi-Symbolik verbunden ist oder wenn man es weiß, es weiterhin zu ignorieren.
    Ich würde lieber Glockenläuten vom Band hören als mit solcher Doppelmoral die Glocken weiter zu betreiben.

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    ralf66
    04.06.2019

    Was können die Glocken dafür, dass sie in einer Zeit gegossen wurden, wo man Symbole und Inschriften des regierenden Staates überall großzügig verwendete.
    Die Glocken sind Zeitzeugen dieser Zeit und beim ertönen ihres Klanges, hört man nicht ob dort ein Hakenkreuz, oder ein nationalsozialistischer Spruch eingegossen drauf steht, sehen kann die Glocken auch nicht jeder, also NS-Kult wird daraus nicht entstehen. Wenn man natürlich möchte, dass die Inschriften und Zeichen der Nazizeit verschwinden, muss man die Glocken offiziell entfernen und kostspielig neue gießen lassen, oder man lässt vorsorglich die Kirchturmtür auf, so dass viele das wissen, wie in Schweringen und wartet dann auf ''Unbekannte'', die die Inschriften und Zeichen der NS-Zeit fein säuberlich entfernen, mit dem Ergebnis, die Glocken sind unbrauchbar und müssen kostspielig ersetzt werden.
    Selbst die Kommunisten haben sich an den ''NS-Glocken'' nicht gestoßen und dabei sollte man es sein lassen, was soll bei einer Aufarbeitung, wie Sie hier beschrieben ist historisch und für die Gegenwart und Zukunft nützliches herauskommen?

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    suzuki
    04.06.2019

    Kirchen, ob evangelisch oder katholisch, beste Partner gegen Nazi-Ideologie.



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