Ex-FDP-Innenminister Baum fürchtet Nationalismus

Dresden (dpa/sn) - Der aus Dresden stammende Ex-Bundesinnenminister und FDP-Politiker Gerhart Baum ist besorgt über nationalistische Tendenzen in seiner Heimatstadt. «Dieses Völkische, dieses arrogant Nationalistische, diese Ausgrenzung Anderer, das macht mir wirklich Angst», sagte er zum 75. Jahrestag der Zerstörung der Elbestadt der Deutschen Presse-Agentur. «Es bestürzt mich, dass Dresden heute doch starke Elemente hat, die mich an das völkische Gedankengut erinnern, das mir damals eingetrichtert wurde.» Aber es gebe auch viele wirklich demokratisch gesinnte Menschen: «Dresden ist nicht Pegida».

Baum, Jahrgang 1932, erlebte die Bombennacht als 13-Jähriger. Sie habe eine Traumatisierung hinterlassen, «wie ich erst spät feststellte». Die Erinnerung werde immer wieder wach, wenn er zurückkehre. Das im Vergleich zu anderen Städten kurze Bombardement an nur zwei Tagen empfand Baum als besonderen Schock: Dresden sei zwar nicht frei von Auswirkungen des Krieges, aber «immer noch eine Idylle» gewesen. Er hatte sich am Abend die Sachen für Fasching herausgelegt: ein Schornsteinfeger-Kostüm.

Dresden gedenkt alljährlich am 13. Februar der Zerstörung seines Zentrums durch alliierte Bombenangriffe, bei denen bis zu 25 000 Menschen starben. «Es gibt in Dresden speziell eine bestimmte Opfermentalität, die ist absolut falsch», sagte Baum. Viele Städte seien zerstört worden - «es war ein verbrecherischer Angriffskrieg».

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