Expertin: Vereine sollen online offensiver um Spenden werben

Jena (dpa) - Vereine und Hilfsorganisationen sollten nach Ansicht einer Expertin offensiver auf ihren Internetseiten um Spenden werben. «Oft ist es so, dass auf den Homepages gemeinnütziger Organisationen - wenn überhaupt - nur verschämt in einer Ecke zum Spenden eingeladen wird», sagte Doris Voll in Jena. Das sei verschenktes Potenzial. Voll hat in Jena am Dienstag den 16. sogenannten Mitteldeutschen Fundraising-Tag organisiert.

«Fundraising» ist ein englischer Begriff für Spendensammeln. Zu den Veranstaltern des Treffens zählen die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands (EKM), die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und auch die Diakonie Mitteldeutschland. Rund 150 Organisationen nahmen laut Voll an dem Vernetzungs- und Weiterbildungstreffen teil. Unter anderem seien Jugendhilfeeinrichtungen, Bürgerstiftungen, Kirchengemeinden, aber auch Schulfördervereine, Hospize und Musikvereine aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen vertreten gewesen.

Einer Analyse des Deutschen Spendenrats zufolge geben immer weniger Menschen Geld für gemeinnützige Zwecke: 2018 haben rund 20,5 Millionen Bundesbürger ab zehn Jahren Geld gespendet. Das ist nur noch knapp ein Drittel (31 Prozent) der Bevölkerung in dieser Altersgruppe - und der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005. Die Spendensumme aber sei im Vergleich zum Vorjahr von 5,2 auf 5,3 Milliarden Euro gestiegen. «Vielleicht stirbt die Generation, für die das Spenden selbstverständlich ist, langsam aus», nannte Voll einen möglichen Erklärungsansatz.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...