Extreme Witterung macht Stadtbäumen zu schaffen

Hitze, Trockenheit und Stürme haben den Bäumen an den Straßen und in den Grünanlagen in Sachsens Städten heftig zugesetzt. Jetzt werden Baumarten gesucht, die widerstandsfähiger sind.

Dresden/Leipzig (dpa/sn) - Die Straßenbäume in Sachsens Städten leiden unter der extremen Witterung der vergangenen Jahre. So säumen aktuell etwa 300 abgestorbene Bäume die Straßen im Dresdner Stadtgebiet, wie der zuständige Sachgebietsleiter, Steffen Löbel, am Dienstag mitteilte. Weitere rund 400 tote Bäume stehen in städtischen Grün- und Parkanlagen. «Es geht den Bäumen nicht gut», sagte er. Betroffen seien vor allem einheimische Baumarten wie die Buche, der die hohen Temperaturen zusetzten, sowie der Bergahorn, die Eberesche, der Weiß- und Rotdorn.

Allerdings sei nicht allein der Trocken- und Hitzestress der vergangenen Wochen für das Baumsterben verantwortlich, sagte Löbel. Begonnen habe es mit dem langen und trockenen Winter 2017/2018, es habe viele Stürme gegeben. Das seien schon viele Bäume geschädigt worden.

Derzeit werden laut Löbel rund 20 Baumarten bezüglich Trockenheit und Hitzestress getestet, die an den Straßenrändern neu gepflanzt werden sollen. Diese stammen zumeist aus dem Mittelmeerraum, Asien, Nordamerika: etwa die Hopfenbuche, die Ulme oder der italienische Ahorn. An den Dresdner Straßenrändern stehen 139 verschiedene Baumarten.

Auch in anderen Städten im Land ist das Problem bekannt. So sterben in den Leipziger Grünanlagen nach Angaben der Stadt «punktuell» vor allem ältere Bäume ab. Im Stadtpark in Görlitz haben die Gärtner an mehr als 100 Jahre alten Rhododendren die vertrockneten Triebe zurückgeschnitten, teilte die Stadt mit. Sie hoffe, dass die Pflanzen wieder austrieben und sich neu aufbauten. Auch an Bäumen gebe es Schäden.

Das Grünflächenamt in Chemnitz bewässert nach Angaben der Stadt bei trockener Witterung mit Fahrzeugen alle Sommerblumenpflanzungen sowie Staudenpflanzungen und befüllt die Wassersäcke an den Jungbäumen.

Der Fraktionschef der Grünen im Landtag, Wolfram Günther, forderte ein professionelles Bewässerungssystem für die Straßenbäume. «Wir brauchen endlich eine politische Antwort auf die mangelhafte Bewässerung unserer Straßenbäume im Sommer», sagte er. Diese stünden seit Jahren unter enormem Stress. Streusalz im Winter und die extremen Hitzeereignisse hätten zugesetzt.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    2
    ralf66
    06.08.2019

    Dieses Bild hätte man einmal vollständig bis zum Boden machen müssen, ich denke der Baum steht in einer Fußgängerzone die vollständig gepflastert ist, um den Baum herum hat man dann meistens gerade mal 3-4 Meter im Durchmesser frei für die Erde, viel Wasser kommt da auch nicht ran wenn es mehr regnet, ganz normal, ein Unding so Bäume zu pflanzen. Was mich mal interessieren würde, wo es auf der Welt Bewässerungssysteme für Straßenbäume gibt und wo man dafür das Wasser hernimmt ?



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