Familienbetriebe halten mit Agrarinvestoren nicht mit

Berlin (dpa) - Immer mehr Äcker im Osten geraten aus Sicht des Deutschen Bauernbunds in die Hand von Kapitalanlegern. «Die Bauern können da gar nicht mithalten», sagte Verbandspräsident Kurt-Henning Klammroth am Freitag auf der Grünen Woche in Berlin. Der Verband vertritt Familienbetriebe.

Auf dem Bodenmarkt wechsele schon jeder fünfte Hektar durch Anteilsverkäufe von Agrargesellschaften den Besitzer anstatt durch den Verkauf ganzer Betriebe. Spekulanten setzten dabei auf Rendite durch steigende Bodenpreise. «Es ist dann immer noch derselbe Melker, der morgens in den Betrieb geht, nur die Eigentumsverhältnisse sind andere.»

Viele Mitgesellschafter der großen Nachfolgebetriebe früherer Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG) gingen nun in Rente. Ihre Anteile verkauften sie oft an Investoren, die nicht aus der Landwirtschaft kommen. «Es ist Unsinn zu glauben, dass aus den Dörfern irgendein Handwerker oder Bäckermeister sich da einkauft, die haben dafür kein Geld», sagte Klammroth.

Der Verband forderte, dass die EU ihre Beihilfen in der nächsten Förderperiode ab 2020 so ausrichte, dass sie das Höfesterben bremse. Viele Betriebe hätten in den vergangenen Jahren keine Rücklagen bilden können und stünden nach dem Dürresommer 2018 mit dem Rücken zur Wand.

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