FDP regt flächendeckende Schnelltests für Corona-Hotspots an

Dresden (dpa/sn) - Die FDP hat flächendeckende Schnelltests für Corona-Hotspots in Sachsen angeregt. Als Vorbild nannte der Dresdner Bundestagsabgeordnete der Liberalen, Torsten Herbst, am Montag veränderte Teststrategien in der Slowakei und in Österreich: «Der entscheidende Hebel in der Pandemiebekämpfung ist neben einem umsichtigen eigenen Verhalten die rechtzeitige Identifizierung von regionalen Infektionsclustern.» Aufgrund der hohen Infektionsdynamik scheitere gerade dort die individuelle Kontaktnachverfolgung.

«Es wäre daher überlegenswert, dass Sachsen in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über zweihundert Fällen pro 100 000 Einwohnern flächendeckende Schnelltests auf freiwilliger Basis anbietet», erklärte Herbst. Damit wäre es möglich, Infizierte schneller und in größerem Umfang zu identifizieren und Quarantänemaßnahmen durchzuführen. Härtere allgemeine Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie könnten damit unterbleiben.

«Flächendeckende Schnelltests für jedermann in Corona-Hotspots sind ein Strohfeuer. Denn die aktuelle Kapazität der Antigentests reicht nicht aus, um die Hochrisikogruppe dort zu testen, wo sie lebt», sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Das seien vor allem 900 000 Pflegeheimbewohner und rund drei Millionen Pflegebedürftige daheim: «Deshalb gilt es zunächst, tägliche Tests in der ambulanten und stationären Pflege sowie im Krankenhaus zu organisieren. Schon das ist eine öffentliche Mammutaufgabe, die von den Betreibern allein nicht zu stemmen sein wird.» Schließlich müssten nicht nur die Betroffenen, sondern auch Angehörige, Pflegekräfte und Ärzte in die stetigen Testungen einbezogen werden.

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