Freispruch nach Anschlag auf Wohnung von Minister Gemkow

In einer Novembernacht fliegen Steine und Buttersäure auf die Wohnung des sächsischen Justizministers in Leipzig. Das Amtsgericht verurteilte einen Mann aus der Hooligan-Szene dafür. Die höhere Instanz sah das anders.

Leipzig (dpa/sn) - Im Berufungsprozess um den Anschlag auf die Wohnung von Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) im November 2015 ist der Angeklagte am Landgericht Leipzig freigesprochen worden. Seine Schuld habe nicht eindeutig bewiesen werden können, urteilte das Gericht am Donnerstag. Es hob damit ein Urteil des Amtsgerichtes Leipzig auf. Dieses hatte einen inzwischen 32 Jahre alten Mann aus der rechten Fußballszene im Herbst 2017 wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Sachbeschädigung zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.

Er soll zu einer Gruppe von mehreren Angreifern gehört haben, die im November 2015 nachts Granitsteine und mit Buttersäure gefüllte Weihnachtsbaumkugeln auf die Fenster von Gemkows Hochparterre-Wohnung in Leipzig geschleudert hatten. Der Minister schlief mit seiner Familie dort. Verletzt wurde niemand.

Die Verteidigung hatte am Landgericht Freispruch gefordert. Die Staatsanwaltschaft ging sogar über das Urteil des Amtsgerichtes hinaus und forderte zwei Jahre und sechs Monate Haft.

Das Amtsgericht hatte sein Urteil damit begründet, dass DNA-Spuren des Angeklagten an der Verpackung der Weihnachkugeln gefunden wurden. Eine einzige objektive Spur reichte dem Landgericht für eine Verurteilung jedoch nicht aus. Im Gegensatz zu den Amtsrichtern sah es auch keine Motivation für die Tat. Auch die Zeugenaussagen ließen nach Auffassung des Landgerichtes nicht den Schluss zu, dass sich der Angeklagte am Tatort befand.

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