Freistaat zahlt vielen Lehrern neue Zulage

Lehrkräfte, die nicht verbeamtet werden, sollen davon profitieren

Dresden.

Der letzte Streitpunkt beim geplanten Lehrerpaket ist geklärt: Sachsen will vielen angestellten Lehrern künftig 170 Euro brutto zusätzlich pro Monat zahlen. Das teilte die schwarz-rote Koalition mit. Voraussetzung ist, dass die angestellten Lehrkräfte bereits zum 1. Januar 2019 in die Gehaltsstufe E13 eingruppiert sind beziehungsweise künftig dort eingruppiert werden. Lehrer an weiterführenden Schulen mit der Gehaltsstufe E13 erhalten ab 2019 die monatliche Zulage. Für Grundschullehrer mit den gleichen Voraussetzungen wird die Zulage ab dem Januar 2020 eingeführt.

Angestellte Lehrer, die nach Dezember 2018 nach Sachsen wechseln, haben erst einmal keinen Anspruch auf die Zulage. Es könnte aber sein, dass sie unter gewissen Voraussetzungen dennoch gewehrt werden kann, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) gestern.

Der Minister zeigte sich zufrieden mit der Einigung: Mit der Zulage würden angestellte Lehrer in Sachsen "bundesweit am besten bezahlt". CDU-Fraktionschef Christian Hartmann und sein Amtskollege Dirk Panter (SPD) betonten, dass es sich bei der gefundenen Lösung um ein Zeichen der "Wertschätzung" handele. Sie mache die Verbeamtung aber nicht gerechter, sagte Panter.

Die Kosten für das Lehrerpaket sollen sich durch die neu beschlossene Maßnahme nicht erhöhen. Die Koalition rechnet mit insgesamt und 1,7 Milliarden Euro Kosten bis 2023, die unter anderem durch die Verbeamtung entstehen.

Die Lehrergewerkschaft GEW sprach mit Blick auf den Kompromiss von einem "Schritt in die richtige Richtung". Ein höherer Ausgleich wäre aber gerechter gewesen, sagte die Vorsitzende Uschi Kruse. Der Chef des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, nannte die neue Zulage "ein überfälliges Zeichen" an die angestellten Lehrer.

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7Kommentare
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  • 1
    2
    Zeitungss
    06.10.2018

    @vomdorf: Ich teile durchaus Ihre Meinung, ich laufe nicht blind durch die Gegend und die Gepflogenheiten sind mir durchaus bekannt.
    Auf dieser Seite geht es allerdings nur um Kohle und Absicherung und dazu noch recht deutlich. Andere Berufsgruppen hätten möglicherweise gleiche Vorstellungen haben allerdings nicht die nötige Lobby, was bekannt sein dürfte. Es geht hier in keiner Weise um mich, ich beobachte es nur aus der Ferne und mache mir meine Gedanken, was der Steuerzahler auch machen sollte.
    Sie sollten sich erinnern, meine Meinung war immer, die Lehrer sollten gut bezahlt werden wie es in anderen Berufsgruppen auch sein sollte, warum dann gerade muß es das Beamtentum sein ??? Mangel behebt man nicht mit Beamtentum, da hätten z.B. Pflegekräfte auch ein Anrecht darauf.

  • 1
    1
    vomdorf
    06.10.2018

    @Zeitungs:
    Die Lehrer sind echt überbezahlt...haben vormittags Recht, nachmittags frei und ein halbes Jahr Urlaub....

    Warum wollen denn dann nicht alle Lehrer werden? Es lockt das Beamtentum, eine fette Pension ....Mensch, was willst Du mehr?

    Was jetzt mit dieser Einstellung an die Schulen strömt lässt jeden grundständig ausgebildeten Lehrern erschaudern. Lehrer sein wollen viele, es können aber eben nicht alle, weil ein Hochschulabschluss nicht reicht, um die Kinder zu erreichen.

    Ich würde Sie, Zeitungss., gern mal bei einem unserer Seiteneinsteiger hospitieren lassen....Sie würden schreiend wegrennen und rufen: „So geht das doch nicht!“

    Es gibt wenige von denen, die es können, aber bei den meisten wird das nichts. Aber was sollen die Schulen machen?
    Die paar Alten, die noch richtig Grundschuldidaktik hatten, sollen möglichst für nass das neben ihrem Job nachholen, was von der Politik jahrzehntelang versäumt wurde?

    Schon Grundschüler merken sehr schnell, ob die Person, die da an der Tafel steht, Respekt einfordert oder eher Angst hat. Und glauben Sie mir: die kleinen Individualisten tun schon lange nicht mehr sofort, was ihnen gesagt wird.... wenn sie auch nur ein Fünkchen Unsicherheit spüren, haben Sie schon verloren.

    Es wird nicht geprüft, ob die Person, die da auf die Kinder losgelassen wird, überhaupt geeignet ist, es zählt nur, dass irgendwas studiert wurde, was vielleicht ein bisschen passt.

    Lehrer sein ist doch nicht irgendein Beruf, und jeder, der mit dem Herzen dabei ist hat eine angemessene Bezahlung verdient. Wenn das nicht passiert, gehen fähige Leute dorthin, wo sie mehr verdienen.

    Wenn ich mir vorstelle, dass die künftige Generation nur von solchen Lehrern unterrichtet wird, die jetzt so von der Seite her an die Schulen strömen....armes Deutschland.

  • 1
    2
    Zeitungss
    06.10.2018

    Anhand der vielen Roten bin ich doch im Forum der Lehrerschaft gelandet, was nicht verwunderlich ist, sind diese doch gerade am Existenzminimum angelangt.
    Über das eigentliche Elend mit dem Lehrermangel fällt kein einziges Wort. Könnte der Sachse für seinen finanziellen Aufwand auch eine Gegenleistung erwarten ????
    Ich fürchte NEIN. Sollte noch immer niemand mitbekommen haben, hier geht es nur um Geld, allerdings nicht für die Bildung, sondern um die Versorgung und Absicherung der Lehrerschaft. Wer das nicht so sieht, darf wieder in rot.

  • 5
    0
    tbaukhage
    05.10.2018

    Der Verbeamtungswahn, dem unsere famose Regierung seit kurzem verfallen ist, wird uns Steuerzahlern alleine in den kommenden zwei Jahren 360 Mill kosten - und das nur für die Einzahlungen in den Pensionsfond. Und da ist noch kein einziger Cent an Besoldung für die zukünftigen 5200 Beamten gezahlt. Da fallen die 30Mill, die unsere Regierung gnädigerweise über den 25000 Bestandslehrer ausschütten wird, doch garnicht auf... Im Interview vom 31.01.18 sprach Kretschmer von "einem Ausgleich für die Lehrer, die schon im System arbeiten" (tinyurl.com/ydedcnd3). In diesem Wort steckt das Wörtchen "gleich" drin. Wenn ein Beamter bis zu 800Eu netto mehr verdient (tinyurl.com/ybn73n97), dann sind 170Eu brutto, also weniger als 100Eu netto, keine Wertschätzung, sondern die blanke Verhöhnung der Alten! Diese werden noch mehr als bisher schon das System schnellstmöglich verlassen. Noch weniger Lehrer, noch mehr Seiteneinsteiger, noch größerer Mangel - und den Eltern scheint's egal zu sein...

  • 3
    0
    tbaukhage
    05.10.2018

    @remarcel: Als GEW-Mitglied wirst Du doch sicherlich den dazu passenden Beitrag auf der GEW-Homepage gelesen haben!

  • 2
    11
    Zeitungss
    05.10.2018

    Wie schon vor einiger Zeit hier angesprochen, es geht nur noch um das Wohl der Lehrerschaft, @remarcel hat es gerade zum Ausdruck gebracht. Um die Zustände an unseren Schulen durch die Auswirkung des Lehrermangels ist hier NICHTS zu hören. 1,8 Mrd. Euro blättern wir dafür als STARTkapital auf den Tisch, wer noch vernünftige Schulbildung genießen durfte, der kann es nicht nachvollziehen. Von der sächsischen Elternschaft ist dazu auch NICHTS zu hören, vermutlich alle Lehrer.

  • 12
    1
    remarcel
    05.10.2018

    Schade, dass die Lehrer, die nicht in der E13 sind, nicht profitieren. Damit vergrößert sich weiterhin die Einkommenskluft in den Lehrerzimmern, obwohl man die gleiche Arbeit leistet. Als E12-Lehrer habe ich da wohl Pech gehabt. Nur traurig, dass die GEW, bei der ich auch Mitglied bin, sich zu diesem Umstand nicht äußert.



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