Fridays for Future: Tausende folgen Aufruf zum Klimastreik in Sachsen

In Dresden versammelten sich nach Veranstalterangaben 14.000 Menschen zum Klimastreik, in Chemnitz etwa 1500. In Freiberg unterstützte die Kirche die Klimaschutzbewegung.

Chemnitz/Freiberg/Zwickau. Weit über 1000 Schüler und Studenten sind Freitagmittag in Chemnitz dem Aufruf zum globalen Klimastreik gefolgt. Laut Polizei waren rund 70 Einsätzkräfte vor Ort, es blieb friedlich. Wegen einer kurzzeitigen Blockade auf dem Falkeplatz musste der Verkehr zwischendurch umgeleitet werden. Nach zehn Minuten löste sich die Blockade aber wieder auf.

Die Bewegung Fridays for Future hatte in etwa einem Dutzend Städten in Sachsen Proteste initiiert. Dazu gehörten neben Chemnitz, Leipzig und Dresden auch Zwickau, Plauen, Marienberg, Döbeln, Zittau, Görlitz, Delitzsch, Grimma und Freiberg. In Freiberg versammelten sich insgesamt mehrere hundert Teilnehmer. Die Kirche schloss sich dort dem Protest an. Eingeladen hatten die Domgemeinde St. Marien und die Kirchgemeinde Petri-Nikolai. In Zwickau versammelten sich gegen 13 Uhr knapp 300 vorwiegend junge Menschen. Sie zogen nach einer kurzen Kundgebung durch die Stadt. In Marienberg beteiligten sich 80 Menschen am Klimastreik.

Mehr Teilnehmer als sonst verzeichneten die Klima-Schützer in Plauen. Dort versammelten sich mehr als hundert Menschen verschiedenen Alters am Theaterplatz. Mit einer besonderen Aktion, einem sogenannten Die-In, bei dem sich ein Großteil der Demonstranten auf den Postplatz legte und symbolisch "starb", wiesen sie auf das Artensterben hin. Danach zogen sie durch die Innenstadt. Wie Kristin Franke, eine der Mit-Organisatorinnen, erklärte, hatte ihnen eine Plauener Druckerei zum Verteilen an die Demo-Teilnehmer 100 Baumwollbeutel geschenkt, auf denen "Fridays for Future Plauen" zu lesen war. Auch Umwelt-Aktivist Elias Schlorf war dabei und hatte sein Fahrrad extra mit dem Spruch "Radfahren für den Umweltschutz und sexy Beine" geschmückt.

Rund 14.000 Menschen beteiligten sich in Dresden am globalen Klimastreik. Menschen aller Generationen hätten deutlich gemacht, dass eine konsequente, wirksame Klimaschutzpolitik unverhandelbar ist, wenn es um eine lebenswerte Zukunft geht, teilten die Organisatoren mit. Die vom Veranstalter genannte Teilnehmerzahl deckt sich im Wesentlichen mit der Einschätzung der Polizei. "Die Klimakrise ist die größte Gefahr unserer Zeit. Das Erreichen des 1,5 Grad-Ziels ist zwingend notwendig für die Sicherung unserer Zukunft und die zukünftiger Generationen", erklärte Mitorganisator Marlo Araque. "Wir wollen, dass unsere Kinder, Enkel und auch noch unsere Urenkel einmal in einer lebenswerten Welt aufwachsen können", betonte Regine Rullmann, Mitglied der "Parents for Future" in Dresden.

Auf dem Leipziger Augustusplatz trat unter anderem der Musikkabarettist Bodo Wartke auf. Nach einer Demonstration war am Abend ein weiteres Konzert geplant. Die Veranstalter sprachen von 25.000 beteiligten Menschen.

Die Bewegung Fridays for Future hatte anlässlich der UN-Klimakonferenz in New York und einer Sitzung des Klimakabinetts der Bundesregierung zu den Protesten aufgerufen. Weltweit sind Tausende Veranstaltungen geplant. Laut Fridays for Future sind explizit alle Generationen zum Streik aufgerufen. (dpa/roy/lasc/luka/pher/em)

Bewertung des Artikels: Ø 3.3 Sterne bei 10 Bewertungen
26Kommentare
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  • 2
    6
    ralf66
    22.09.2019

    @Blackadder, das Modethema Klimawandel hat natürlich Verehrer, dass ist der Rhythmus wo ich mit muss, ein Teil der Menschen rennen in ihrem Leben nur Modethemen hinterher, ob es schön, richtig oder dienlich ist, ist dabei Wurst. Das Wissenschaftler recht haben, nur weil Sie die Mehrheit mit ihrer These bilden, ist keine Behauptung mit Wahrheitsanspruch.

  • 2
    2
    Nixnuzz
    22.09.2019

    @Malleo: Sie als weitgereister Mensch müssten doch mehr darüber wissen als all die hiesigen Komentarschreiber hier! So wie sie argumentieren, haben sie doch zuvielen Problemen die ausgefeiltesten Anfragen. Und wenn ich an manche Argumentation erinnere, sind ihnen unsere innerstaatlichen Landes(Partei-)-grenzen etc. mehr als "heilig" - genauso wie manche Auslandsgrenzen, innerhalb derer sich wohl jegliche Glaubensorientierte Regierung sich eine grüne Einmischung von aussen verbitten würde...

  • 4
    1
    pcomment
    22.09.2019

    @Malleo: Erstmal zur Politik: Ich dachte, dass wir in Deutschland seit 2005 eine Bundesregierung ohne Beteiligung der Grünen haben. Der direkte Einfluss ist da wohl eher begrenzt. Mal abgesehen davon, dass auch die Grünen ein solches Projekt nicht mal eben und auch auf politischer Ebene nicht alleine vorantreiben könnten.

    Aber ich frage mich gerade, warum Sie mich das fragen? Sie können die Frage einfach mal direkt an die Grünen stellen. Genügend Kanäle wie Webseiten, facebook, Abgeordnetenwatch etc. gibt es doch.

    Ich kann Ihnen meine Sicht darlegen. Das muss nicht die Sicht der Grünen sein.

    Es gibt übrigens eine ziemlich aktuelle Meldung der dpa zu dem Thema Desertec, die man aktuell bei verschiedenen Medien bspw. der Wirtschaftswoche oder n-tv nachlesen kann.

    Dort wird auch deutlich, dass Desertec vor allem auch ein Projekt verschiedener Unternehmen der Wirtschaft war. Und ohne Beteiligung von Unternehmen wird so ein Projekt ohnehin scheitern.
    Aber die Wirtschaft macht solche Projekte nur, wenn sie sich zumindest langfristig rechnen. Und wenn man sich die Beteiligten anschaut, muss man sagen, dass auch viele Firmen beteiligt waren, deren Kerngeschäft (zumindest damals) vor allem noch die konventionellen Energien waren. Ob sich Projekte lohnen, die Konkurrenz ins eigene Haus holen, muss jedes Unternehmen selbst wissen. Aber man kann mit Sicherheit auch davon ausgehen, dass solche Themen unternehmensintern Diskussionen und Machtkämpfe zwischen den Unternehmenssparten auslösen. Da sind die politischen Rahmenbedingungen noch nicht mal betrachtet.

    Außerdem muss man bei Desertec auch mal wieder die soziale Frage stellen, was bringt das Projekt dort vor Ort. Anderes gesagt, ziehen die Europäer damit nicht nur wieder einen Rohstoff Energie ab, ohne dass die Bevölkerung vor Ort auch etwas davon hat? Das wäre nämlich bei so einem Projekt mind. genau so wichtig, wie die Tatsache Energie nach Europa zu bringen. Und das wäre auch ein wichtiges Feld für die Politik.

  • 1
    6
    Hinterfragt
    22.09.2019

    Nun @Blackadder, die "Wissenschaftler" haben auch schon mal behauptet, dass Gleichstrom das Non plus Ultra ist und sich Wechselstrom niemals durchsetzen wird, u.a. weil er töten kann ...

  • 4
    3
    Blackadder
    22.09.2019

    @sterntaler: Um Greta Thunberg zu zitieren: hört nicht auf mich, hört auf die Wissenschaft!

    Ich habe 99% der Wissenschaftler hinter mir. Und Sie? Ich werde auch mit Wissenschaftsleugnern nicht mehr über den Klimawandel diskutieren. Verschwendete Lebenszeit.

  • 4
    3
    Malleo
    21.09.2019

    pcomment.
    Warum treiben die Grünen deshalb Desertec nicht voran?
    Schon vor 10 Jahren gab es das Projekt!

  • 3
    4
    Malleo
    21.09.2019

    Sterntaler...
    Köstlich die hoch komplexe Frage an blacky..
    Gern sollten diese Frage auch die grünen Klimarevolutionäre mal beantworten.
    So reicht heute die Aufnahme einer Tüte Studentenfutter um Quereisteiger zu werden...

  • 3
    2
    Sterntaler
    21.09.2019

    @DTRFC2005: Sie verwechseln die Begriffe Wetter und Witterung mit Klima. Sich um die Zukunft zu sorgen ist natürlich löblich, sich instrumentalisieren zu lassen eine ganz andere Sache. Ich akzeptiere Ihre Meinung dennoch und gehe damit mit gutem Beispiel voran.

  • 10
    4
    Sterntaler
    21.09.2019

    @Blackadder: Ich will ja nicht ins Persönliche gehen, aber gestatten Sie mir doch mal die Frage wo Sie Ihr Abitur gemacht oder gar ein naturwissenschaftliches Diplom abgelegt haben, dass gerade Sie wissenschaftliche Zusammenhänge so gut verstehen? Schon Ihre Aussage, dass es sich beim hochkomplexen System des Erdklimas, bei dem vielfache Faktoren eine Rolle spielen, um "einfache wissenschaftliche Zusammenhänge" handelt erspart eigentlich die Mühe meiner Frage. Dennoch freue ich mich auf Ihre Antwort.

  • 11
    6
    pcomment
    20.09.2019

    Die Diskussionen hier sind herrlich. Hätte es in den 60ern schon solche Foren gegeben, hätten die Diskussionen vermutlich genau so ausgesehen. "Die haben ja keine Ahnung. ... Die sollen erstmal... Was die sich einbilden... "usw.
    Aber nein! Es ist das Recht der Jugend gegen das, was "die Alten" da gerade mit Ihrer Zukunft tun, auf die Straße zu gehen und laut zu äußern, dass ihnen das nicht passt. Sie werden diejenigen sein, die unsere Fehler ausbaden müssen.

    Und selbst wenn es nicht das Klima wäre, dass hier die Menschen auf die Stra0e treibt, müsste es doch wenigstens die Tatsache sein, dass alle fossilen Rohstoffe endlich sind. Es wurden durch neue Techniken wie Fracking ein paar Jahre Schonzeit erkauft (wie teuer in Bezug auf den Umweltschäden kann man noch gar nicht beziffern). Aber irgendwann werden Öl, Gas und Kohle verbraucht sein. Spätestens dann muss sich die Menschheit ohnehin Gedanken um Alternativen machen. Warum also nicht jetzt, wo es vielleicht sogar einen positiven Effekt auf sowas wie einen Klimawandel hat?

  • 11
    19
    DTRFC2005
    20.09.2019

    @Eichelhäher65: Mitläufer? Sie finden, die Leute die heute auf der Straße waren und die Jugend unterstützten haben keine Ahnung? Lassen wir mal so stehen, ist ja Ihre Meinung. Aber finden Sie es auch abnormal, wenn man sich um seine Zukunft sorgt ? Wie viel Vögel haben Sie dieses Jahr wahrgenommen, wie viel Insekten, fanden Sie diese extreme Wärme wohltuend? Fanden Sie die extremen Regengüsse, die Verwüstungen durch extremen Wind toll? Das sich dies von Jahr zu Jahr immer mehr hochschauckelt ist Ihnen entgangen? Wie ignorant und unsozial doch das Klima ist.

  • 7
    21
    Blackadder
    20.09.2019

    @Eichelhäer65: Sie müssen ihren Beitrag schon als Satire kennzeichnen, ernst gemeint sein kann er ja nach gesundem Menschenverstand eigentlich nicht.

    @Dtrfc: Mit dem Kohlenstoff und dem Sauerstoff zitieren Sie die PARTEI Jugend. Schön, dass Ihnen die Rede gefallen hat. Ich gebe das mal so an die Autoren weiter. :-)

  • 12
    11
    DTRFC2005
    20.09.2019

    „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“

    Molière

    Treffender geht es kaum.

  • 12
    6
    Nixnuzz
    20.09.2019

    @Blackadder: Manchmal bleibt bei einigen Argumenten nur die Schockstarre übrig..Das bißchen Schmelzwasser aus den Polarregionen oder das bißchen Methan oder CO2 aus den sibirischn Permafrostsümpfen ist doch nur ein äusserst regionales Problem - gelle.

  • 11
    23
    DTRFC2005
    20.09.2019

    Gott gab uns zwei Beine und mit denen sind wir z.B zum Stand und Startort Andre Gymnasium gelaufen und anschließend bis zum Schluss der Demo. Die Altersstruktur war enorm ermutigend. Von ganz jung bis fast Steinalt. Den Organisatoren ein riesiges Dankeschön. Es ist schön zu sehen, das es jedesmal mehr Menschen werden, denen die Zukunft nicht egal ist.Wir atmen alle die selbe Luft. Und man kann keine Mauer um Ostdeutschland oder Deutschland bauen und den Kohlenstoff abschieben und den Sauerstoff behalten.

  • 23
    11
    Eichelhäher65
    20.09.2019

    Es ist einfach nur lächerlich, dass Kinder- die -wie einige Leser treffend sagten, von naturwissenschaftlicher Bildung weit entfernt sind, hier das Sagen haben wollen und -bei vielen aus Abenteuerlust- sich hier aufbrezeln. Und Erwachsene lassen sich das bieten. Wie weit sind wir eigentlich gekommen ? Die Masse dieser Demonstranten sind ganz einfach Mitläufer und sie wissen wahrscheinlich gar nicht, für was sie wirklich demonstrieren. Die komplizierten naturwissenschaftlichen Zusammenhänge wirklich zu verstehen, fällt sogar Wissenschaftlern schwer und hier maßen sich Kinder an, alles auf den "einfachen Punkt" zu bringen. Hoffentlich halten sie sich später selbst an das was sie heute fordern. Aber wenn das Ganze dann im Geldbeutel angekommen ist, wird ihnen nichts anderes übrig bleiben.

  • 22
    13
    osgar
    20.09.2019

    Wie immer eine abenteuerliche Schlussfolgerung von Ihnen @Blacky.
    Wenn etwas, und das ist in diesem Forum sehr viel, nicht nach Ihrem Gusto geht, kommt die Behauptung, die anderer Meinung sind wären dumm oder ungebildet.
    Sie sollten etwas an Ihrer Diskussionskultur arbeiten und vielleicht auch mal einfach nur stillhalten.

  • 13
    29
    Blackadder
    20.09.2019

    Tja, leider sieht man hier im Forum recht schön, dass gerade bei den Naturwissenschaften auch ein vollständiger Schulbesuch bei einigen hier nicht dazu geführt hat, einfache wissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen.

  • 27
    14
    Lesemuffel
    20.09.2019

    Alice, Sie bringen den Quatsch auf den Punkt, selbst wenn die Kinder mit dem Fahrrad hingeschickt werden.

  • 34
    12
    AliceAndreas
    20.09.2019

    Ich finde es super wenn Eltern ihre Kinder zu ner Demo statt in die Schule schicken - nicht das sie im Unterricht noch was lernen!!!

  • 24
    9
    osgar
    20.09.2019

    Diesel-SUV, Diesel @Blacky :‘-)

  • 13
    32
    Blackadder
    20.09.2019

    @osgar Sorry, wieder zu enttäuschen, ist ein altes Diamant. Aber ist schon klar, wer sich für Klimaschutz einsetzt, muss in Sack und Asche gegen, damit Sie weiter mit ihrem SUV fahren können.

  • 31
    13
    osgar
    20.09.2019

    @Blackadder und wo kommt das Fahrrad her?
    Smartphone aus Südkorea oder China, Sneaker aus Vietnam oder Kambodscha, T-Shirt aus Bangladesh usw. usf.

  • 17
    26
    Blackadder
    20.09.2019

    Muss Sie enttäuschen, Urlaub 2020, meine Tochter ist mit dem Fahrrad hin...

  • 28
    18
    Urlaub2020
    20.09.2019

    Man kann nur hoffen das die Streikenden mit Bus und Bahn gekommen sind ,wäre sonst kein Vorbild.

  • 36
    21
    Lesemuffel
    20.09.2019

    Geht dieser organisierte Unsinn bis 2030/38 wöchentlich so weiter? Was soll das bringen? Gegen Wen richten sich diese Proteste? Wer kann/soll es sofort richten? Es wäre vielleicht von Vorteil, nicht die Schule zu schwänzen. In Frankfurt/M machen Schüler zum Schulabschluss eine klimaneutrale(??) Kreuzfahrt, die Absolventen der Waldenburger Schule sollen für 1800€/Sch. Nach Vietnam fliegen. Nichts mit einer Wanderung im Hunsrück oder Erzgebirge. Möglichst weit und teuer heißt es heutzutage. Wer nicht mithalten kann hat Pech, aber immerhin darf er Freitags schulfrei haben.



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