Gebhardt bleibt Linke-Fraktionschef

Dresden (dpa/sn) - Linke-Politiker Rico Gebhardt bleibt Fraktionschef seiner Partei im Sächsischen Landtag. Der 56-Jährige wurde am Dienstag mit vier Gegenstimmen bei einer Enthaltung gewählt. Gebhardt hat dieses Amt bereits seit 2012 inne. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Einstimmigkeit blieb auch bei den anderen Fraktionsvorständen aus. Susanne Schaper (41) und Marika Tändler-Walenta (35) erhielten als Fraktionsvize genauso Gegenstimmen wie die Parlamentarische Geschäftsführerin Sarah Buddeberg (37).

Er habe mit seiner Kandidatur lange gezögert, bekannte Gebhardt nach der Abstimmung. «Ich weiß natürlich: Zu einer Verantwortung gehört, Verantwortung zu übernehmen», sagte er mit Blick auf das desaströse Abschneiden der sächsischen Linken bei der Landtagswahl am 1. September. Er habe aber viel Zuspruch aus der Partei erfahren. Die Linken hatten bezogen auf die vorherige Wahl 8,5 Prozentpunkte verloren und kamen nur noch auf 10,4 Prozent der Zweitstimmen. Statt vormals 27 Abgeordnete stellen sie im neuen Parlament nur noch 14.

Der Vorstand wurde nur für ein Jahr gewählt. Auch 2022 wollen die Linken noch einmal über ihre Führungsspitze im Landtag abstimmen. Gebhardt kündigte eine «rebellische Opposition» an. Man werde sich mit einer Koalition anders auseinandersetzen müssen, in der vermutlich zwei potenzielle Bündnispartner der Linken sitzen - die SPD und die Grünen: «Das ist eine neue Herausforderung.» Auf der Agenda stehe weiterhin die Auseinandersetzung mit der CDU, die man für die falsche Politik in diesem Land verantwortlich mache.

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