Gedenkstätte Großschweidnitz erhält Millionen-Förderung

Großschweidnitz (dpa/sn) - Die Gedenkstätte Großschweidnitz in Ostsachsen erhält knapp zwei Millionen Euro Fördermittel. Bei der Eröffnung einer neuen Ausstellung erinnerte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Samstag daran, wie wichtig Orte des Erinnerns an NS-Verbrechen sind. «Die gemeinsame Arbeit an diesem Projekt und die Fertigstellung der Gedenkstätte, die an die systematischen Krankenmorde der NS-Diktatur erinnert, ist uns sehr wichtig. Das sind wir den Opfern schuldig.» Der ehemalige Anstaltsfriedhof ist letzte Ruhestätte für mehrere tausend Menschen, die dem «Euthanasieprogramm» der Nazis zum Opfer fielen.

Rund 1,25 Millionen Euro der Fördersumme stammen aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR, bis zu 750 000 Euro aus Bundesmitteln. Kretschmer würdigte ein Schülerprojekt, das sich mit den NS-Tötungsverbrechen an kranken und behinderten Menschen auseinandersetzt. Es heißt «Tante Marianne» und wird von Schülern des Gymnasiums Dresden-Bühlau und der Sorbischen Oberschule Bautzen durchgeführt. Pate stand dafür das Gemälde «Tante Marianne» von Gerhard Richter. Es zeigt den Künstler als Baby mit seiner Tante, die von den Nazis umgebracht wurde. Das Bild gab vielen Opfern der NS-Krankenmorde ein Gesicht.

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