Generationenwechsel fordert Sachsens Handwerk heraus

Es gibt immer weniger Handwerksbetriebe in Sachsen. Viele Inhaber finden keine Nachfolger. Dennoch geht es den Unternehmen gut.

Chemnitz/Dresden/Leipzig (dpa/sn) - Die Inhaber zahlreicher Handwerksbetriebe in Sachsen suchen Nachfolger. Bis 2025 wollten im Kammerbezirk Chemnitz etwa 6000 Chefs in den Ruhestand gehen, teilte die Handwerkskammer Chemnitz mit. Damit stehe bei mehr als einem Viertel der Mitgliedsbetriebe in den nächsten Jahren eine Übergabe an.

In Ostsachsen wollten in den kommenden fünf bis zehn knapp 4000 Besitzer von Handwerksbetrieben in den Ruhestand gehen, teilte eine Sprecherin der Handwerkskammer Dresden mit. Etwa 18 Prozent der Betriebe suche demnach einen neuen Leiter. Im Raum Leipzig sind aktuell 21 Prozent der Alleininhaber von Handwerksbetrieben älter als 56 Jahre, wie eine Sprecherin der Handwerkskammer zu Leipzig sagte.

Die Zahl der Übergaben stieg im Kammerbezirk Leipzig in den vergangenen Jahren: 2016 fanden nur 127 Betriebsinhaber Nachfolger, im Vorjahr waren es 170. Auch im Kammerbezirk Chemnitz wurden zuletzt mehr Betriebe überschrieben. Fanden 2016 nur 246 Unternehmen einen Nachfolger, waren es 2017 bereits 286 Handwerksbetriebe und im Vorjahr 302.

Je nach Berufsgruppe unterscheidet sich die Altersstruktur. Besonders hoch ist im Raum Chemnitz der Altersschnitt bei den Feinwerkmechanikern: Mehr als 68 Prozent der Inhaber sind älter als 56 Jahre. Bei den Bäckern sind nur 35 Prozent der Chefs über 56 Jahre alt.

«Das Thema Betriebsübergabe bleibt eines der wichtigsten Themen für das regionale Handwerk», sagte Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz. Er sieht den Generationswechsel auch als Chance für den Start in die Selbstständigkeit: «Bei einer Betriebsübergabe sind Kundenstamm, eingearbeitete Mitarbeiter und Betriebsstätte in der Regel bereits vorhanden.»

Unterm Strich werden dennoch mehr Betriebe abgemeldet als neu gegründet, die Gesamtzahl der Unternehmen sinkt. Insgesamt gehe es den verbleibenden Betrieben aber gut, betonte ein Sprecher der Handwerkskammer Chemnitz. Die Inhaber expandierten zunehmend.

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