GEW kritisiert Teilöffnung von Schulen als fahrlässig

Leipzig (dpa/sn) - Angesichts der weiter angespannten Lage bei den Corona-Neuinfektionen in Sachsen fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Schulen bis zu den Winterferien komplett geschlossen zu lassen. Eine Teilöffnung für die Abschlussklassen ab dem 18. Januar sei «verantwortungslos» und «fahrlässig», kritisierte die Landesvorsitzende Uschi Kruse in einer Mitteilung vom Donnerstag. Selbst Bundesländer mit deutlich niedrigeren Infektionszahlen wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen hielten die Schulen bis zum Monatsende geschlossen. Laut Kruse wird eine Rückkehr Tausender Schüler und vieler Lehrer erneut zu Infektionen und Quarantänemaßnahmen an Schulen führen.

Mit Blick auf die Abschlussprüfungen und den Lehrplandruck verlangt die Bildungsgewerkschaft, über verschiedene Wege zur Entlastung der Schüler und Lehrer nachzudenken, so etwa über Abstriche am Lehrplan. «Wir vermissen hier allerdings klare Vorgaben und auch Rückendeckung für die Lehrkräfte, die sonst gezwungen sind, den Lehrplan weitgehend durchzupauken.» Vielmehr müssten Nachteile für die Schüler, die vor Prüfungen stehen, abgebaut werden.

Laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung sollen Schüler der Abschlussklassen ab kommenden Montag wieder zur Schule gehen können - in geteilten Klassen. Die ursprünglich vom 10. bis zum 22. Februar geplanten Winterferien werden auf die erste Februarwoche vorgezogen und verkürzt, die zweite Hälfte soll vor Ostern nachgeholt werden.

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66 Kommentare
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  • 1
    0
    ralf66
    vor 14 Stunden

    @tbaukhage, letztendlich ist der Ministerpräsident verantwortlich, dass sein Kultusminister keinen Unsinn treibt, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Kretschmer nicht von den Schulöffnungen weiß!
    Jetzt brauchen die sich nicht mehr wundern, wenn Bürger sich einen Dreck um weitere Regeln oder gar auf Verschärfungen scheren und machen was sie wollen.

  • 1
    3
    neuhier
    vor 15 Stunden

    Es gibt Teile von Sachsen, in denen derzeit noch eine Inzidenz von über 400 herrscht. Die Schulöffnung NICHT an einen Inzidenzwert zu koppeln, sondern einfach so auf ein Datum festzulegen, zeigt, WARUM in Sachsen die Pandemie aus dem Ruder gelaufen ist. Unverantwortlich.

  • 0
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    Nixnuzz
    vor 16 Stunden

    Hmm - irgendein Politiker oder Geldvermehrungsfachmann hat doch das "Lebenslange Lernen" postuliert! Wie wäre es, das man den Corona-Jahrgängen später "Ergänzungs-Lernen" anbietet? Keine Ahnung wann bzw. welchem Alter ein regulärer Schulbesuch verboten ist? Wer Abendschule familiär unbeschwert durchziehen kann - schön. Und was ist mit den Menschen die dann 3-fach belastet wären: Beruf - Familie plus x - Abendschule? Finanziell wie abgesichert?? BaFög etc. Könnten große Firmen sowas spezifisch in ihr Unternehmen einbauen? (Wie früher?...) Hach - das wäre mal langfristige Planung über den nächsten Wahltermin hinaus! In 3 Jahren dürfte Corona historisch abgehakt werden - nur die Auswirkungen überall noch spürbar.

  • 3
    3
    jbi40
    vor 23 Stunden

    @tbaukhage
    Fahrlässig???
    Die teilweise Schulöffnung ab Montag verstößt gegen die Regelungen der aktuellen sächsischen Coroa-Schutzverordnung ...

    ***

    Das sehe ich exakt genau so.

  • 6
    3
    tbaukhage
    15.01.2021

    Fahrlässig???
    Die teilweise Schulöffnung ab Montag verstößt gegen die Reglungen der aktuellen sächsischen Coroa-Schutzverordnung:
    - Verstoß gegen § 2 Absatz 1 Nummer 1
    - Verstoß gegen § 1 Absatz 4 Nummer 1 und Nummer 2
    - Verstoß gegen § 2 Absatz 3

    Offensichtlich weiß unser Oberlehrer-Jurist nicht, was im Nachbarzimmer vom Ministerpräsidenten am Tag vorher erlassen wurde.
    Das hat nichts mit Fahrlässigkeit zu tun. Das ist Dickköpfigkeit, Beratungssresistenz und Verdrängung aktueller Entwicklungen.

  • 13
    5
    typewriter
    14.01.2021

    Die Schüler weiter im nicht funktionierenden Homeschooling zu belassen, wäre erst recht fahrlässig.