Greenpeace: Bei Kohleausstieg keine Zeit mehr zu verlieren

Stefan Krug spricht bei einer Pressekonferenz.

Berlin (dpa) - Die Umweltorganisation Greenpeace hat sich für einen zügigen Kohleausstieg ausgesprochen. Der Leiter der politischen Vertretung von Greenpeace in Berlin, Stefan Krug, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Die auch bei uns sichtbaren Folgen des Klimawandels von Starkregen bis Jahrhundertdürren zeigen, dass wir keine Zeit mehr zu verlieren haben. Jedes Jahr, in dem Kohlekraftwerke weiter laufen, wird künftige Kosten und Opfer verursachen, die um ein Vielfaches höher liegen als die Kosten aller bisheriger Strukturwandel zusammen.» Der Kohleausstieg sei ohne Strukturbrüche bis 2030 versorgungssicher möglich und nötig, der finanzielle und sozialpolitische Aufwand dafür sei absolut beherrschbar.

Krug begrüßte Vorschläge von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zum Strukturwandel in Braunkohleregionen. Die Debatte um den Kohleausstieg brauche solche konkreten, nach vorne gerichteten Vorschläge. Heil hatte einen Sechs-Punkte-Plan vorgeschlagen. Der SPD-Politiker brachte in einem Gastbeitrag für die «Wirtschaftswoche» unter anderem einen Sonder-Bundesverkehrswegeplan ins Gespräch. Bund und Länder sollten außerdem Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in den Regionen ausbauen. Es brauche einen «nationalen Kraftakt» - andernfalls drohten Strukturbrüche mit unkalkulierbaren Folgen.

Krug sagte, auch ohne Klimapolitik würden bis 2030 zwei Drittel der heute in der Braunkohle Beschäftigten in Rente gehen. In allen betroffenen Bundesländern liege der Anteil der Kohle-Beschäftigten an der Gesamtbeschäftigung heute bei unter einem Prozent. «Deshalb ist es übertrieben, wenn Heil einen «nationalen Kraftakt» einfordert und vor "unabsehbaren Folgen" warnt. Der erfolgreiche Strukturwandel im Ruhrgebiet war um Dimensionen größer, und das gilt noch weit mehr für den bevorstehenden Umbruch in der Autoindustrie.»

Eine Kommission «Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung» soll bis Ende des Jahres unter anderem ein Datum für den Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Kohle sowie Perspektiven für neue Jobs in den Kohleregionen in der Lausitz und im Rheinischen Revier vorschlagen.

10Kommentare
👍4👎0 Zeitungss 08.08.2018 Wenn ausgereifte Technik, die wir ja haben, nicht einmal erklärbar ist, wie hier der Fall, wie soll der Kunde reagieren???? @ Der Kuckuck, ich glaube hier warte nicht nur ich auf die göttliche Eingebung zu dieser Behauptung, bisher ist SCHWEIGEN angesagt, was das eigentliche Problem allerdings nicht löst. Es gibt hier eine Gruppe, welche auf die Erleuchtung warten. Sie dürfen also den Ungläubigen diese Technik erklären, sollte bei so viel Anlauf absolut kein Problem sein.
👍4👎0 Zeitungss 08.08.2018 @Tauchsieder: Ein schöner Spruch und in vielen Bereichen einsetzbar.
👍3👎0 Tauchsieder 07.08.2018 Auf diese Antwort warten viele "Zeit....".
Man kann es auch philosophisch ausdrücken: - Auf ein Zeichen warten? Es ist da – das Fragezeichen -. Für den Kuck...." käme wohl dann dies zum tragen - Wer Wissen hat, lasse andere ihr Licht daran entzünden -.
👍4👎0 Zeitungss 07.08.2018 @Der Kuckuck: Wie ist es denn nun mit der Lösung, welche es da gibt ????? Da ich nicht ganz zu den Hinterweltlern gehöre, bin ich schon an Neuerungen auf diesen Gebiet interessiert und es wird auch so bleiben. Also mal die Karten auf den Tisch, die Kosten sind in der Umverteilung auf die Nutzer schon lange im EEG geregelt, wenn auch nur zu Lasten der privaten Zwangskunden, also kein Problem.
Sollte es technische Neuerungen für die breite Anwendung geben und ich nicht ganz auf der Höhe der Zeit sein, lasse ich mich gerne und ausführlich belehren und nehmen das auch dankbar an.
👍6👎1 Tauchsieder 06.08.2018 Ja so ist halt der "Kucku....", legt seine Eier in ein fremdes Nest sprich, lässt andere für sich arbeiten. So kann man auch Energie sparen.
👍8👎0 Steuerzahler 06.08.2018 @DerKuckuck: Stimmt! Naturgesetze sind objektiv und interessieren sich nicht für unsere Ansichten. Wo aber soll der Strom in Zukunft herkommen, wenn der Bedarf durch die Elektrifizierung des Verkehrs hinzukommt, der nachweislich derzeit nicht gedeckt werden kann? Kriegen dann alle die Leute, die jetzt von der Kohle leben und die Sie anscheinend überhaupt nicht interessieren, Dynamos, dass sie von zu Hause aus wenigstens einen minimalen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten können? Beziehen wir dann Strom von den Kohle- und Atomkraftwerken unserer Nachbarländer? Im eigenen Land wollen Sie diese ja nicht mehr. Bei all den ungeklärten Problemen ist die ideologisch und militant geladene Forderung nach sofortigen Kohleausstieg nur dazu angetan, die ärmsten zu treffen.
👍7👎1 Zeitungss 06.08.2018 @Der Kuckuck: Wir haben die Technologie, welche bitte ????? Es dreht sich hier um eine stabile Energieversorgung und keine wetterabhängige. Pumpspeicherwerke zur Stromspeicherung und Netzstabilisierung schickt der Staat mit Steuerabgaben ins aus (die Medien berichteten darüber). Also mal ran mit der neuen Technologie die wir ja schon haben, dann kann auch die Braunkohle bleiben wo sie ist. Die Solarzelle auf dem Dach und die Windmühle sollte als Garant für eine stabile Stromversorgung jetzt nicht kommen. Als Technikbegeisterter habe ich ein offenes Ohr.
👍1👎7 DerKuckuck 06.08.2018 Die Lösung gibt es. Wir haben die Technologie, wir haben das Geld und wir könnten es tun. Deutschland könnte mal wieder seit 100 Jahren Innovationsmotor der Welt sein. Aber nein, wir stecken den Kopf in den Sand und erfinden blödsinnig Gründe, warum wir unbedingt Kohle verfeuern müssen.
Da könnt ihr diskutieren wie ihr wollt, die Klimaerwärmung wird zuschlagen. Die Naturgesetze interessieren sich nicht für Ausreden, es gibt keine Hintertür. Wenns warm wird, dann wirds warm und zwar richtig.
👍6👎1 Tauchsieder 05.08.2018 Meist haben diese Leute einen pädagogischen Bildungshindergrund und vermitteln lediglich eine Ideologie. Lösungen aufzuzeigen gehören nicht zu ihren Aufgaben, da müsste man ja denken.
Zum Glück gibt es in den USA ein Korrektiv.
👍9👎0 ralf66 05.08.2018 Mich würde mal interessieren, mit welche Energieträger ab 2030, wenn es keine Kohleenergie mehr geben soll, konstant und für den Endverbraucher preislich akzeptabler Strom erzeugt werden soll???
Der hier von Greenpeace schreit zwar, dass der Kohleausstieg bis 2030 absolut auf jeder Linie möglich wäre, aber konkrete Energieträger und Zahlen nennt er nicht. Dann müsste dieser Herr von Greenpeace mal die Kirche im Dorf lassen, wenn wir in Deutschland die Kohlekraftwerke dicht machen, dann passiert das in Deutschland und auf der restlichen Welt, was ist da?????????
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