Grüne Geschlossenheit für den Wahlerfolg

Bei der Aufstellung der Landesliste setzt die Partei vor allem auf die bisherige Fraktion.

Chemnitz.

Manchmal sind die sächsischen Grünen selbst ein wenig überrascht, wie gut sie derzeit dastehen. Anderthalb Jahre ist es her, da sah es so aus, als müsste die Partei um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. Nun nehmen die Grünen, die bei neun Prozent in der jüngsten Umfrage stehen, gar ein zweistelliges Ergebnis bei der Landtagswahl in den Blick. "Ich merke, dass gerade etwas Neues passiert", sagt die Landtagsabgeordnete Katja Meier bei ihrer Bewerbungsrede auf dem Parteitag in Chemnitz. "Es fühlt sich wie Aufbruch an." Wenige Minuten später wird sie zur Spitzenkandidatin gewählt.

Diesen "Aufbruch", das ist beim Parteitag deutlich zu spüren, wollen die Grünen nicht gefährden. Kein Streit, kein Dissens blitzt bei der Aufstellung der 43 Plätze langen Landesliste auf, die das Treffen in Chemnitz bestimmen soll. Die Redner halten sich an die verbalen Leitlinien, die sich die Partei in den vergangenen Monaten erarbeitet hat. Vom Machtwechsel in Sachsen träumen die Grünen: Meier attestiert beispielsweise, dass dem Freistaat ein Regierungswechsel auch mal gut täte. Und Wolfram Günther, der andere Part des grünen Spitzenduos, bringt es derart auf den Punkt: "Dieses Land hat es verdient, dass wir endlich mal den Knoten platzen lassen." Aber eine Absage an eine etwaige Koalition mit der CDU wird eben auch nicht formuliert. Denn im Zweifelsfall wollen die Grünen nach der Wahl auch mit der Union reden.

Nicht zuletzt die Wahlergebnisse bei der Listenaufstellung demonstrieren die Einheit, die die grüne Partei präsentieren möchte. Um die ersten acht Plätze geht jeweils nur ein Bewerber ins Rennen: Katja Meier wird mit rund 97,3 Prozent auf Platz eins, Wolfram Günther mit knapp 90,1 Prozent auf Platz zwei gewählt. Auch die Mitglieder der aktuellen Landtagsfraktion, von denen lediglich Petra Zais nicht mehr antritt, bekommen durchweg gute Ergebnisse: Claudia Maicher (Platz drei/86,5 Prozent), Valentin Lippmann (Platz vier/87,6 Prozent), Franziska Schubert (Platz fünf; 88,1 Prozent), Volkmar Zschocke (Platz sechs; 94,2 Prozent), Gerd Lippold (Platz acht; 99,1 Prozent). Die nicht unumstrittene Parteivorsitzende Christin Melcher erhält bei ihrer Wahl auf Listenplatz sieben mit 83,7 Prozent einen ebenso starken Rückhalt vom Chemnitzer Parteitag.

Ab Listenplatz neun beginnen die Kampfkandidaturen. Die 22 Jahre alte Studentin Lucie Hammecke aus Dresden, die im Landesvorstand der Grünen Jugend aktiv ist, begeistert mit ihrer Rede und ergattert Platz neun. Ihre Wahl wie auch die von Daniel Gerber (Platz zehn/Kreisverband Leipzig) und Kathleen Kuhfuß (Platz elf/Kreisverband Chemnitz) werden nicht zuletzt dem Einfluss der drei großen Städte zugeschrieben, in denen die Grünen bis heute ihre Basis in Sachsen haben. Doch auch Kreisverbände aus dem ländlichen Raum können sich nicht beschweren: So gehen die noch aussichtsreichen Plätze 12 und 13 an Gerhard Liebscher (Vogtland) und Ines Kummer (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge). Und selbst für Markus Scholz (Mittelsachsen) auf Platz 16 könnte es bei einem guten Wahlergebnis noch reichen. Zudem kommt das Spitzenduo Meier/Günther, das für die Kreisverbände Meißen beziehungsweise Mittelsachsen antritt, aus ihren Reihen.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    3
    Franziskamarcus
    14.04.2019

    Ich hab mal die Kandidatenliste für Zwickau raus gesucht:
    https://zwickau.weilwirhierleben.de/kandidat-innen
    Also von Frauen seh ich hier (fast) nix, nur eher alte,weisse Männer, manch einer sogar mit Bart. Ich finde das irgendwie Komik vom feinsten. Also eine Wahlempfehlung kann ich daher nicht aussprechen.

  • 9
    2
    Lesemuffel
    14.04.2019

    Bei diesem Bundesvorsitzenden der GRÜNEN ist der Wahlerfolg garantiert. Wie sagte Habeck:"Vaterlandsliebe fand ich stets zum Ko....... Mit Deutschland wusste ich nichts anzufangen und weiß es bis heute nicht." Da weiß man wenigstens woran man ist.



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