«Gruppe Freital»-Prozess: Pyrotechnik-Kauf bestritten

Dresden (dpa/sn) - Im zweiten Prozess gegen mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen «Gruppe Freital» hat ein 27-jähriger Angeklagter bestritten, die Pyrotechnik für den Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft besorgt zu haben. Er gab am Montag am Oberlandesgericht Dresden aber zu, bei einem Sprengstoffanschlag auf ein Parteibüro der Linken die ‎Lunte angezündet zu haben.

Dem Hauptbeschuldigten in dem Prozess wirft die Generalstaatsanwaltschaft unter anderem Beihilfe zu versuchtem Mord vor. Der Mann soll die ‎illegalen Böller in Tschechien gekauft haben, die von den bereits verurteilten Haupttätern für den Anschlag auf eine Asylbewerberwohnung am 1. November 2015 in Freital benutzt worden waren.‎

Die drei weiteren Angeklagten in dem Prozess - zwei Männer im Alter von 31 und 53 Jahren sowie eine 31-jährige Frau - hatten sich bereits in der ‎vergangenen Woche eingelassen. Am Freitag wird die Verhandlung mit den ersten ‎Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Ein Urteil wird Anfang Januar 2021 erwartet.

Im zweiten Prozess zu dem Komplex «Gruppe Freital» geht es um Mitgliedschaft und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung, Beteiligung an Sprengstoffanschlägen, Sachbeschädigung sowie das Verwenden von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen. Acht ‎Haupttäter wurde im März 2018 bereits zu Freiheitsstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt. ‎

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