Grusel-Clown von Vater verschreckter Kinder verprügelt

Lossatal.

Ein Grusel-Clown hat im Landkreis Leipzig zu Halloween Kinder erschreckt und ist dafür von deren Vater verprügelt worden. Der 19-Jährige war am Mittwochabend in einem schauerlichen Kostüm und mit einer Kreuzhacke durch das Dorf Meltewitz, einen Ortsteil von Lossatal, gelaufen, um Leute zu erschrecken, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Gegen 18.30 Uhr traf er dabei auf eine kleine Gruppe von Kindern, die auf der Jagd nach Süßigkeiten um die Häuser zogen. Als diese den Grusel-Clown entdeckten, rannten sie verängstigt davon. Der 19-Jährige folgte ihnen und wurde laut Polizei erst von der Mutter der Kinder abgefangen. Sie forderte den jungen Mann auf, ihr zu folgen und sich bei den erschreckten Kindern zu entschuldigen. 

Der Mann fügte sich und folgte der besorgten Mutter in den Hof ihres Wohnhauses. Dort kam schnellen Schrittes der 34 Jahre alte Vater der Kinder hinzu und entriss dem Horror-Clown die Kreuzhacke, wie der junge Mann bei der Polizei angab. Damit schlug er demnach auf den 19-Jährigen ein, traf ihn mit der flachen Seite am Arm und verletzte ihn. Ein zweiter Mann kam hinzu und hielt den Grusel-Clown fest. Kurz darauf erhielt der 19-Jährige von dem Vater einen weiteren Schlag, diesmal mit dem Stiel der Hacke. Schließlich gab der erzürnte Vater dem "Clown" noch eine Ohrfeige und zwang ihn, sich - auf Knien - bei den Kindern zu entschuldigen.Erst danach durfte der Grusel-Clown von dannen ziehen - ohne seine Hacke. 

Der 19-Jährige ließ seine Verletzungen im Krankenhaus versorgen. Danach ging er zur Polizei und erstattete Anzeige gegen den Vater der Kinder. Die Polizei ermittelt nun in dem Fall wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.

Das Phänomen der Horror- oder Gruselclowns kommt ursprünglich aus den USA und entstand schon in den 1980er-Jahren. In den vergangenen Jahren wurden auch in anderen Ländern immer wieder Fälle bekannt. In Deutschland gab es im Oktober 2016 eine regelrechte Welle. Manche der Horror-Clowns begehen Straftaten, andere werden selbst Opfer von Gewalttaten. Oft entpuppen sich Berichte über Horrorclowns und ihre angeblichen Taten jedoch als Falschmeldungen.

Bei dem Phänomen handelt es sich nicht um einen Halloween-Brauch im engeren Sinne - auch wenn gruselige Verkleidungen zu diesem Fest dazugehören. Halloween entstammt der keltischen Glaubenswelt: In der Nacht vor Allerheiligen sollen die Toten zwischen dem Diesseits und dem Jenseits wandeln. Der Brauch wurde von irischen Auswanderern mit in die USA genommen, später kam er von dort wieder nach Europa. In Deutschland wird Halloween seit einigen Jahren verstärkt gefeiert. (hr/dpa)

 

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1Kommentare
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  • 6
    0
    BlackSheep
    02.11.2018

    Ich verstehe den Vater.



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