Haft für mutmaßliche Mitläufer von «Revolution Chemnitz»

Chemnitz (dpa/sn) - Sechs mutmaßliche Mitläufer der rechtsextremen Terrorvereinigung «Revolution Chemnitz» sind am Freitag zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten und einem Jahr verurteilt worden. Das Amtsgericht Chemnitz verhängte die Strafen wegen Landfriedensbruchs. Eine Bewährung sei nicht infrage gekommen, weil das Gericht nicht gewillt sei, dass wieder Angst und Schrecken verbreitet würden, begründete der Vorsitzende Richter Kai Goltz die Entscheidung.

Nach Überzeugung des Gerichts waren die Männer im Alter zwischen 25 und 34 Jahren Mitte September 2018 an einem Überfall auf Parkbesucher an der Schlossteichinsel in Chemnitz beteiligt. Zuvor hatten sie an einer Demonstration der rechtsextremen Vereinigung Pro Chemnitz teilgenommen. Bei der Attacke auf Flüchtlinge und eine Gruppe von Jugendlichen sollen sie mit Quarzhandschuhen und Flaschen bewaffnet gewesen sein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte Freisprüche beantragt und will prüfen, ob sie Rechtsmittel einlegt.

Im März hatte das Oberlandesgericht Dresden acht Angeklagte der rechtsextremen «Revolution Chemnitz» zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und drei Monaten bis zu fünfeinhalb Jahren verurteilt. Sie sollen auch bei der Attacke auf der Schlossteichinsel dabei gewesen sein.

1Kommentare
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  • 2
    0
    klapa
    27.06.2020

    Wieso 'mutmaßlich', wenn sie beweis- und rechtskräftig verdonnert worden sind?

    Auch ein Beweis dafür, dass die Gesetze des Staates ausreichen, jeder Art von Gewalt, ob von rechts oder der von Hamburg, Dietzenbach oder Stuttgart zu begegnen.