Beifall von den Fans, Kritik vom Trainer: Aue hadert

Ein Fehlpass von Nicolai Rapp brachte Erzgebirge Aue im Heimspiel gegen den Hamburger SV ins Hintertreffen. Für den Verteidiger gab es Trost vom Präsidenten, für die Mannschaft trotz der Niederlage Applaus von den Anhängern.

Aue (dpa) - Die Fans von Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue bewiesen nach der 1:3-Niederlage gegen den Hamburger SV ein feines Gespür. Sie verabschiedeten ihre Mannschaft mit aufmunterndem Beifall in die Länderspielpause. «Kein einziger Pfiff. Das tat gut und das haben wir uns auch erarbeitet. Wir haben nämlich gekämpft und Mentalität gezeigt. Das wollen die Leute hier sehen, dann werden wir von den Fans auch entsprechend belohnt», sagte Clemens Fandrich. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte das mit 16 000 Zuschauern ausverkaufte Erzgebirgsstadion am Samstag kurzzeitig beben lassen. Mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel erzielte Fandrich in der 23. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich. «Ein Déjà-vu-Erlebnis für mich», fühlte sich Fandrich sofort an den dritten Spieltag zurückerinnert. Schon bei der 1:3-Niederlage beim 1. FC Köln hatte er mit einem Fernschuss zum 1:1 getroffen. Nach beiden Spielen gegen die Bundesligaabsteiger standen Fandrich und seine Teamkollegen am Ende allerdings ohne einen Punkt da. «Ich bin etwas niedergeschlagen, weil die Niederlage bitter ist. Bis zur 63. Minute haben wir eine sehr ansprechende Leistung gezeigt, dann machen wir einen leichten Fehler und werden dafür eiskalt bestraft», ärgerte sich nicht nur Fandrich über die vielleicht spielentscheidende Szene. Innenverteidiger Nicolai Rapp leistete sich in der eigenen Hälfte einen Fehlpass, woraufhin der Ball bei Hamburgs Khaled Narey landete. Mit einem platzierten Schuss ins rechte obere Toreck brachte der Außenbahnspieler des HSV den Spitzenreiter wieder in Führung. Der Gegentreffer zeigte Wirkung bei den Auern, die nur fünf Minuten später durch Bakery Jatta noch das 1:3 kassierten. Durch die Niederlage stecken die Sachsen weiterhin im hinteren Tabellenmittelfeld fest. «Ich habe Nicolai nach dem Spiel in den Arm genommen. Er ist sonst ein gnadenlos guter Verteidiger. Hier ist ihm ein Fehler unterlaufen, das ist menschlich», sagte Aues Präsident Helge Leonhardt. Trainer Daniel Meyer, der seiner Mannschaft über weite Strecken ebenfalls einen «ordentlichen Auftritt» bescheinigte, hätte sich in der Schlussphase allerdings mehr Gegenwehr gewünscht. «Ich bin nicht zufrieden, wie wir auf die Gegentore in der zweiten Halbzeit reagiert haben. Die Frustration und Enttäuschung waren sehr groß, aber es blieb auch noch genügend Zeit, um den Anschlusstreffer zu erzielen. Dann wäre das Spiel wieder offen gewesen», sagte Meyer. «Der nächste Entwicklungsschritt muss sein, in solchen Situationen eine andere Körpersprache zu zeigen und bei einem Zwei-Tore-Rückstand schneller und präziser in die Spitze zu spielen, um gefährliche Aktionen zu erzwingen.» Dank der Länderspielpause haben die Auer knapp zwei Wochen Zeit, um bis zum nächsten Punktspiel am 24. November beim VfL Bochum die von Meyer angesprochenen Fehler abzustellen. Am Donnerstag (14.30 Uhr) bestreitet der FC Erzgebirge außerdem ein Testspiel bei Erstligist Hertha BSC. Die Partie will Meyer vor allem dazu nutzen, Spielern aus der zweiten Reihe eine Einsatzchance zu geben.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...