Der neue Eigner der Hammer-Fachmärkte hat Insolvenzantrag gestellt. Betroffen davon sind auch Filialen in Sachsen. Jetzt wird ein Investor gesucht.
Die Hammer-Märkte sind erneut in Not: Nach der Pleite der Brüder-Schlau-Gruppe im vergangenen Sommer, der Schließung vieler Märkte und der Neustrukturierung im Oktober durch die Hammer Raumstylisten GmbH hat auch dieses Unternehmen jetzt einen Insolvenzantrag stellen müssen. Das teilte Unternehmenssprecherin Mareike Polonius am Dienstag mit. Die Hammer Raumstylisten betreiben nach eigenen Angaben noch rund 85 der einst etwa 180 Hammer-Filialen, darunter acht in Sachsen – und zwar in Annaberg-Buchholz, Glauchau, Siebenlehn, Rodewisch, Jahnatal, Heidenau, Zeithain und Torgau, wie aus der Standortkarte des Unternehmens hervorgeht.
Probleme mit Warenlieferungen
Grund für die Antragstellung seien Verzögerungen bei Warenlieferungen nach der Neugründung des Unternehmens im Oktober 2025 gewesen, erklärte Sprecherin Mareike Polonius. Die seien vor allem durch technische Probleme verursacht worden, hätten aber zu Umsatzausfällen geführt. „Diese Probleme sind inzwischen weitgehend behoben“, so Mareike Polonius .
Filialen bleiben geöffnet
Der Geschäftsbetrieb wird nach Unternehmensangaben uneingeschränkt fortgeführt. „Alle Standorte bleiben geöffnet, Waren werden weiterhin angeliefert und Kundenaufträge bearbeitet“, so Mareike Polonius.
Geschäftsführer: Insolvenzgeld sichert Löhne ab
„Unser Fokus liegt in dieser Phase ganz klar auf unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, erklärte Geschäftsführer Rainer Schrems. „Durch die Insolvenz sichern wir die Löhne über das Insolvenzgeld und schaffen einen stabilen Rahmen für die Fortführung.“ Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1100 Mitarbeiter.
Rechtsanwalt Stefan Meyer von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH ist inzwischen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Ziel des Insolvenzverfahrens sei die Fortführung und nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens, heißt es. Stefan Meyer: Mit potenziellen Investoren oder Interessenten zur dauerhaften Fortführung des Geschäftsbetriebs sollen nun in den kommenden Wochen Gespräche geführt werden.
Die Hammer-Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals, bei dem die Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übergingen.
Zuvor hatte der ehemalige Mutterkonzern, die Brüder-Schlau-Gruppe, im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und war anschließend abgewickelt worden. Rund 70 Hammer-Filialen wurden geschlossen, die Großhandelssparte Schlau wurde vollständig aufgegeben. Zahlreiche Beschäftigte verloren dadurch ihren Arbeitsplatz. Bis zur Insolvenz der Unternehmensgruppe Schlau hatte es in Sachsen noch etwa 20 Hammer-Märkte gegeben. Filialen unter anderem in Plauen, Delitzsch, Dresden-Gompitz, Görlitz, Weißwasser und Zwickau wurden inzwischen geschlossen. (juerg)






