Herrmann zu AfD-Austritt: "Ich schulde keinem was"

Bundestagsabgeordneter reagiert auf Vorwurf seiner ehemaligen Partei

Chemnitz/Berlin.

Nach dem Austritt des sächsischen Bundestagsabgeordneten Lars Herrmann aus der AfD wirft ihm seine ehemalige Partei vor, er schulde ihr Geld. "Mit seinem Austritt kam Lars Herrmann einem Parteiordnungsverfahren zuvor. Er schuldet seinem Kreisverband rund 4500 Euro", schrieb Siegbert Droese, stellvertretender Vorsitzender der AfD Sachsen. Herrmann wies das zurück. "Ich schulde keinem etwas", sagte Herrmann am Freitag der "Freien Presse".

Der 42-Jährige aus Leisnig in Mittelsachsen hatte am Mittwoch seinen Austritt aus der Partei (dem Kreisverband Leipzig-Land) und Fraktion erklärt. Zur Begründung gab er an, er sei wegen Kritik am thüringischen AfD-Vorsitzenden und "Flügel"-Chef Björn Höcke aus der Landesgruppe Sachsen im Bundestag ausgeschlossen worden. Ausschlaggebend sei auch die Pressekonferenz von Bundesinnenminister, Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt am Vortag gewesen. Diese hätten den "Flügel" als rechtsextremistisch eingestuft. Herrmann, der Bundespolizist ist, sagte: "Als Beamter habe ich auch Pflichten. Diesen werde ich gerecht."

Die AfD warf Herrmann daraufhin vor, er sei finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Partei nicht nachgekommen. Eine Möglichkeit, sich zu erklären, habe er ignoriert. "Es ist klar, dass solche Vorgänge zu einem Zerwürfnis führen. Lars Herrmann hatte somit keine Chance mehr, 2021 erneut über die AfD-Landesliste in den Bundestag einziehen zu können", erklärte Droese.

Hermann entgegnete, er könne nachweisen, dass er der AfD kein Geld schulde und werde das intern tun. Öffentlich wolle er "keine schmutzige Wäsche waschen". Sein Bundestagsmandat will er behalten, auch sein Wahlkreisbüro in Grimma. Das sei stets sein persönliches Büro und kein AfD-Büro gewesen.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    6
    Lesemuffel
    20.12.2019

    Gut, dass so ein Typ nicht mehr in der Partei ist. Es war klar, dass es um Unregelmäßigkeiten ging. Da ist es gut, wenn man noch mit Schmutz wirft, kommt bei den anderen Parteien und deren Medien immer gut an.



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