Das Universitätsklinikum Dresden ist Gastgeberin für ein Treffen der deutschen Hochschulmedizin. (Archivbild)
Das Universitätsklinikum Dresden ist Gastgeberin für ein Treffen der deutschen Hochschulmedizin. (Archivbild) Bild: Robert Michael/dpa
Sachsen
Hochschulmedizin berät über Forschung und Populismus

Freie Presse auf Google News folgen

Steigende Kosten, knappe Zuschüsse: Warum die Hochschulmedizin als wirtschaftlich bedeutender Standortfaktor mehr Investitionen braucht.

Dresden.

Die deutsche Hochschulmedizin trifft sich in Dresden und möchte dabei über Forschung, Lehrformate, Populismus und internationale Kooperationen beraten. Auf dem Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag soll es beispielsweise um die Frage gehen, wie die Medizin wissenschaftliche Fakten gegen Populismus verteidigen kann und welche Rolle zivil-militärische Kooperationen in der Forschung spielen. Gastgeberin ist die Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden. Für das Treffen am Donnerstag und Freitag liegen jeweils rund 260 Anmeldungen vor.

Auch die Bedeutung der Hochschulmedizin als Standortfaktor kommt zur Sprache. Nach den Worten von Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät in Dresden, gehören Universitätskliniken und Medizinische Fakultäten häufig zu den bedeutendsten Arbeitgebern. "Darüber hinaus entstehen im Umfeld solcher Standorte Netzwerke mit weiteren Akteuren aus Wissenschaft und Industrie", sagte die Professorin. Das könne man in Dresden vor allem mit Blick auf Unternehmen aus dem Bereich der Lebenswissenschaften (Life Science) sehen.

Dekanin Esther Troost sieht in Medizinischen Fakultäten einen wichtigen Standortfaktor für die ganze Region. (Archivbild)
Dekanin Esther Troost sieht in Medizinischen Fakultäten einen wichtigen Standortfaktor für die ganze Region. (Archivbild) Bild: Robert Michael/dpa

"Die strategische Bedeutung der Hochschulmedizin zeigt sich zugleich an ihren wirtschaftlichen Effekten", betonte Troost, die in Dresden auch die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie leitet. "Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät erzeugen durch Krankenversorgung, Forschung und Lehre umfangreiche Wertschöpfungs-, Beschäftigungs- und Steuerwirkungen, die weit über die direkten Effekte hinausgehen und nicht nur Sachsen, sondern ganz Deutschland betreffen."

Dekanin verweist auf strukturelles Finanzierungsproblem

Troost zufolge zeigt sich jedoch ein strukturelles Finanzierungsproblem. "Während insbesondere die Personalkosten kontinuierlich steigen, bleiben die Landeszuschüsse für Forschung und Lehre vielfach konstant oder sinken sogar, sodass bei gleichzeitiger Inflation und Personalkostensteigerung eine wachsende Finanzierungslücke entsteht." Analysen belegen demnach, dass Investitionen in die Hochschulmedizin einen hohen "Return on Investment" generieren, da die durch sie ausgelösten Steuereinnahmen und wirtschaftlichen Effekte die eingesetzten öffentlichen Mittel übertreffen. 

Bereits moderate Kürzungen der Landesmittel würden zu überproportionalen negativen Effekten auf Beschäftigung, Steueraufkommen und Drittmittelaktivitäten führen, erklärte Troost. Der Befund mache deutlich, dass die Hochschulmedizin "nicht als subventionierte, sondern als staatlich beauftragte und wirtschaftlich hochwirksame Leistung zu betrachten ist". Eine angemessene und dynamisierte Finanzierung sei entscheidend, um Leistungsfähigkeit und positive regionale und nationale Effekte langfristig zu sichern. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
23:00 Uhr
1 min.
Zwickauer Straßenfest erbringt Spende für mobilen Kinderhospizdienst
Zwickauer Straßenfest erbringt Spende für mobilen Kinderhospizdienst - 3235 Euro kamen als Spenden für den Kinderhospizdienst zusammen.
Viele Händler unterstützten das Straßenfest zugunsten des Kinderhospizdienstes. So kam in Zwickau eine beachtliche Spendensumme zusammen.
Lutz Kirchner
22:32 Uhr
2 min.
Alba Berlin deklassiert Bamberg und steht im Finale
Alba Berlin deklassiert Bamberg und steht im Finale - Alba und Nationalspieler Malte Delow gewannen das entscheidende Spiel.
Nach Pleiten in Bamberg lässt Alba den Franken im Entscheidungsspiel in eigener Halle keine Chance. Das freut auch zwei prominente Fans. Jetzt kommt der Klassiker gegen Bayern München.
15:42 Uhr
2 min.
Neun Geschwister: 500. Baby des Jahres am DRK-Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein geboren
Neun Geschwister: 500. Baby des Jahres am DRK-Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein geboren - Raquel und Adrian (vorn rechts) freuen sich über die Geburt ihrer Tochter.
Die kleine Carmen kam am Samstag gesund zur Welt. Sie ist bereits das zehnte Kind ihrer Eltern Raquel und Adrian.
Erik Anke
28.05.2026
2 min.
Ost-Firmen sehen Chancen - aber kaum Rückenwind aus Berlin
Ost-Firmen sehen Chancen - aber kaum Rückenwind aus Berlin - Als positive Standortfaktoren Ostdeutschlands gelten die Verfügbarkeit von Flächen, die Verkehrsinfrastruktur und die Nähe zu Wissenschaft und Forschung. (Archivbild)
Erneuerbare Energien, Halbleiter, Verteidigung: In diesen Branchen sehen ostdeutsche Firmen große Chancen. Doch das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik schwindet.
19.05.2026
2 min.
Sachsen investiert 1,54 Milliarden Euro in Infrastruktur
Sachsen investiert 1,54 Milliarden Euro in Infrastruktur - Mit Mitteln aus dem Sondervermögen des Bundes will Sachsen gezielt Krankenhäuser, Hochschulmedizin und weitere Bereiche stärken. (Symbolbild)
Sachsen plant bis 2036 Investitionen von 1,54 Milliarden Euro in Krankenhäuser, Mobilität und weitere Bereiche. Was mit den Mitteln aus dem Bundes-Sondervermögen konkret gefördert werden soll.
08:22 Uhr
2 min.
Polizeieinsatz nach Vorfall bei OB-Wahl: Stimmen-Auszählung in Wahllokal in Bad Schlema unterbrochen
Polizeieinsatz nach Vorfall bei OB-Wahl: Stimmen-Auszählung in Wahllokal in Bad Schlema unterbrochen - Die Polizei wurde zum Wahllokal nach Bad Schlema gerufen.
Ein uneinsichtiger Wahlbeobachter hat am Sonntag in einem Wahllokal in Bad Schlema dafür gesorgt, dass das Auszählen der Stimmen unterbrochen wurde. Hat das Konsequenzen?
Heike Mann
Mehr Artikel