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Steigende Kosten, knappe Zuschüsse: Warum die Hochschulmedizin als wirtschaftlich bedeutender Standortfaktor mehr Investitionen braucht.
Die deutsche Hochschulmedizin trifft sich in Dresden und möchte dabei über Forschung, Lehrformate, Populismus und internationale Kooperationen beraten. Auf dem Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag soll es beispielsweise um die Frage gehen, wie die Medizin wissenschaftliche Fakten gegen Populismus verteidigen kann und welche Rolle zivil-militärische Kooperationen in der Forschung spielen. Gastgeberin ist die Medizinische Fakultät der Technischen Universität Dresden. Für das Treffen am Donnerstag und Freitag liegen jeweils rund 260 Anmeldungen vor.
Auch die Bedeutung der Hochschulmedizin als Standortfaktor kommt zur Sprache. Nach den Worten von Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät in Dresden, gehören Universitätskliniken und Medizinische Fakultäten häufig zu den bedeutendsten Arbeitgebern. "Darüber hinaus entstehen im Umfeld solcher Standorte Netzwerke mit weiteren Akteuren aus Wissenschaft und Industrie", sagte die Professorin. Das könne man in Dresden vor allem mit Blick auf Unternehmen aus dem Bereich der Lebenswissenschaften (Life Science) sehen.
"Die strategische Bedeutung der Hochschulmedizin zeigt sich zugleich an ihren wirtschaftlichen Effekten", betonte Troost, die in Dresden auch die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie leitet. "Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät erzeugen durch Krankenversorgung, Forschung und Lehre umfangreiche Wertschöpfungs-, Beschäftigungs- und Steuerwirkungen, die weit über die direkten Effekte hinausgehen und nicht nur Sachsen, sondern ganz Deutschland betreffen."
Dekanin verweist auf strukturelles Finanzierungsproblem
Troost zufolge zeigt sich jedoch ein strukturelles Finanzierungsproblem. "Während insbesondere die Personalkosten kontinuierlich steigen, bleiben die Landeszuschüsse für Forschung und Lehre vielfach konstant oder sinken sogar, sodass bei gleichzeitiger Inflation und Personalkostensteigerung eine wachsende Finanzierungslücke entsteht." Analysen belegen demnach, dass Investitionen in die Hochschulmedizin einen hohen "Return on Investment" generieren, da die durch sie ausgelösten Steuereinnahmen und wirtschaftlichen Effekte die eingesetzten öffentlichen Mittel übertreffen.
Bereits moderate Kürzungen der Landesmittel würden zu überproportionalen negativen Effekten auf Beschäftigung, Steueraufkommen und Drittmittelaktivitäten führen, erklärte Troost. Der Befund mache deutlich, dass die Hochschulmedizin "nicht als subventionierte, sondern als staatlich beauftragte und wirtschaftlich hochwirksame Leistung zu betrachten ist". Eine angemessene und dynamisierte Finanzierung sei entscheidend, um Leistungsfähigkeit und positive regionale und nationale Effekte langfristig zu sichern. (dpa)





