Hohe Schäden durch Extremwetter in Sachsen

Nach einer Langfristanalyse war das Osterzgebirge am schlimmsten von Unwetter betroffen. Viele Bürger sind für derartige Fälle oft nicht ausreichend versichert.

Berlin.

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurde im Freistaat über einen Zeitraum von 15 Jahren am stärksten von extremen Wetterereignissen getroffen. Überschwemmungen und Stürme richteten dort auf alle vorhandenen Gebäude gerechnet etwa 12.900 Euro Schaden pro Haus an. Das zeigt eine Langzeitanalyse von 2002 bis 2015, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute in Berlin vorstellt.

Auch in anderen Kreisen verursachten Unwetter starke Schäden. So folgt Dresden im sachsenweiten Vergleich auf Platz zwei. Hier gab es einen durchschnittlichen Schaden von etwa 9900 Euro pro Haus. In Meißen waren es rund 8000 Euro. Am glimpflichsten kamen in den 15 Jahren, die in der Analyse erfasst werden, die Einwohner im Vogtlandkreis mit knapp 1400 Euro pro Gebäude davon. Insgesamt erging es dem Südwesten des Freistaates besser als dem Rest Sachsens. Auch im Erzgebirgskreis lagen die Schäden nur bei etwa durchschnittlich 2300 Euro pro Gebäude. Berücksichtigt man aber nur die direkt von Extremwetter betroffenen Häuser, liegen die einzelnen Schadenssummen deutlich darüber. So schlug Tief "Viola", das 2010 vielerorts Starkregen brachte, im Landkreis Görlitz bei jedem Betroffenen im Schnitt mit 30.000 Euro zu Buche. Die schwersten Zerstörungen verursachten in Sachsen die beiden Hochwasser 2002 und 2013 sowie der Sturm Kyrill. Noch schlimmer als sächsische Landkreise hat es einige Regionen in Bayern getroffen. So verursachten Naturkatastrophen im Landkreis Deggendorf von 2002 bis 2016 Schäden von durchschnittlich 13.800 Euro pro Gebäude. "Der Wechsel zwischen schadenarmen und schadenreichen Zeiten wird immer kürzer", sagt Versicherungssprecherin Kathrin Jarosch. Während Hagel oder Sturm fast immer abgesichert seien, fehle bei den meisten der Schutz vor Elementarschäden wie Starkregen, Hochwasser, Erdrutsch oder Schneedruck. Sachsenweit haben erst 47 Prozent der Häuser den dafür nötigen erweiterten Naturgefahrenschutz. Der allerdings ist vor allem in Risikogebieten sehr teuer.

Die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) fordert daher eine Versicherungspflicht für Elementarschäden. "Bisher gab es immer wieder Hilfen vom Freistaat", sagt Verbraucherschützerin Madlen Müller. "Wir wissen nicht, ob es die auch in Zukunft geben wird. Naturgefahren dagegen schon."

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