Holger Zastrow bleibt FDP-Chef in Sachsen

Der 50-Jährige erhielt allerdings nur 64 Prozent - nicht der erste Dämpfer für den Spitzenkandidaten zur Landtagswahl.

Dresden.

Der Dresdner Unternehmer und Gastronom Holger Zastrow ist als FDP-Landesvorsitzender in Sachsen bestätigt worden. Auf einem Landesparteitag am Samstag in Dresden erhielt er 64,4 Prozent. 139 Delegierte stimmten für ihn, 73 - also ein Drittel - gegen ihn. Vier Delegierte enthielten sich, eine Stimme wurde ungültig abgegeben. Anders als vor zwei Jahren, als Zastrow knapp 53 Prozent bekommen hatte, gab es dieses Mal keinen Gegenkandidaten. Schon bei der Wahl zum Spitzenkandidaten zur Sachsen-Wahl am 1. September hatte der 50-Jährige vor zwei Monaten nur 62,2 Prozent bekommen.

Als Generalsekretär wurde am Samstag der von Zastrow vorgeschlagene Amtsinhaber Torsten Herbst gewählt. Der Dresdner Bundestagsabgeordnete erhielt 75 Prozent. Keine Veränderungen gab es auch bei den drei stellvertretenden Landeschefs. Sowohl die Ex-Landtagsabgeordnete Anja Jonas (55,2 Prozent) als auch die zwei Bundestagsabgeordneten Jürgen Martens (63,8 Prozent) aus Meerane und Frank Müller-Rosentritt (70,5 Prozent) aus Chemnitz wurden als Vize bestätigt. Schatzmeister bleibt der frühere Wirtschaftsstaatssekretär Roland Werner.

Zastrow steht bereits seit knapp 20 Jahren an der Parteispitze. Im Herbst 1999 übernahm er das Amt vom früheren Bundesbildungsminister Rainer Ortleb, nachdem die FDP bei der Landtagswahl kurz zuvor mit 1,1 Prozent gescheitert war. Unter Zastrows Führung gelang nicht nur fünf Jahre später mit 5,9 Prozent der Sprung zurück in den Landtag, sondern weitere fünf Jahre später - 2009 - mit 10,0 Prozent eine Regierungsbeteiligung als Juniorpartner der CDU unter Stanislaw Tillich

2014 verfehlten die Liberalen jedoch mit 3,8 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde und sind seitdem nicht mehr im Landesparlament vertreten. Diese Scharte wolle er bei der Wahl am 1. September wieder auswetzen, kündigte Zastrow an. Der gebürtige Dresdner hatte sich bei einer erstmals durchgeführten Mitgliederbefragung gegen einen Kontrahenten als Spitzenkandidat durchgesetzt. Schon 2004, 2009 und 2014 hatte Zastrow die FDP auf Listenplatz 1 in die Landtagswahl geführt.

Als Ziel peilt Zastrow nun nicht nur die Rückkehr in den Landtag an. Er will die FDP mit einem "herausragenden Ergebnis" aus der außerparlamentarischen Opposition direkt zurück in die Regierung führen. "Es liegt an der FDP, ob wir in Sachsen einen Linksruck bekommen", sagte er unter Verweis auf Umfragen, die aktuell sehr knappe Mehrheitsverhältnisse für Sachsen ausweisen. 

Rechnerisch hätte bei einem Einzug der FDP ein Dreierbündnis aus CDU, SPD und Grünen aktuell keine Mehrheit. Nach einer Mitte März von "Insa" im Auftrag der sächsischen CDU erhobenen Studie liegt die CDU bei 28 Prozent, die AfD bei 25 Prozent und die Linke bei 17 Prozent. Grüne und SPD werden jeweils auf 9 Prozent taxiert, die FDP auf 6 Prozent.
 

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