Homann wirft AfD fehlende Abgrenzung zu «Freien Sachsen» vor

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Dresden.

Der sächsische SPD-Chef Henning Homann hat der AfD eine fehlende Distanzierung von der rechtsextremen Kleinpartei «Freie Sachsen» vorgeworfen. «Die AfD hat anscheinend den Zugriff auf die radikalisierten Corona-Gegner weitgehend verloren», sagte er am Montag in Dresden. Die «Freien Sachsen» hätten die Proteste vielerorts übernommen. «Der jetzt drohende Überbietungswettbewerb zwischen AfD und «Freien Sachsen» ist Gift für die Pandemiebekämpfung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen

Homann verwies darauf, dass die «Freien Sachsen» bisher nicht auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD ständen. «Friedlicher Protest ist legitim. Jedoch ist es in den letzten Wochen wiederholt zu Ausschreitungen und Angriffen auf die Polizei gekommen. Eine Distanzierung von dieser Gewalt ist die AfD Sachsen bis heute schuldig geblieben. Dahinter steckt offenbar die Angst, weitere Unterstützer in der rechten Szene zu verlieren.»

AfD-Fraktions- und Parteichef Jörg Urban hatte wiederholt Verständnis für Corona-Proteste gezeigt, aber Unverständnis gegenüber Gewalt. Wenn es ein schuldhaftes Verhalten gegeben habe, müsse es Konsequenzen geben, sagte er kurz vor Weihnachten im Landtag. Die übergroße Menge der Demonstranten sei jedoch gewaltfrei.

Der Umgang der AfD mit den «Freien Sachsen» war am Montag auch Thema im AfD-Bundesvorstand, wie ein Sprecher der Partei bestätigte. Der Vorstand habe die Bundesgeschäftsstelle der AfD beauftragt, «die Organisations- und Unterstützerstruktur» der «Freien Sachsen» bis Ende Januar zu prüfen. (dpa)

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