Hunderte demonstrieren für Rettung von Bootsflüchtlingen

Dresden (dpa/sn) - Mehrere hundert Menschen sind am Sonntag in Dresden für die Rettung von Bootsflüchtlingen im Mittelmeer auf die Straße gegangen. Die Demonstranten wollten damit auch ihre Solidarität für die Crew der Dresdner Organisation «Mission Lifeline» ausdrücken. Deren Schiff liegt in einem Hafen in Malta fest, der Kapitän soll sich vor Gericht verantworten.

«Die Rettungsaktionen sind nötig, weil die Staaten der Europäischen Union zurzeit bewusst jede Hilfeleistung unterlassen», erklärte eine Sprecherin des Veranstalter. Stattdessen würden Lager in Afrika geschaffen, in denen man Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen festhalte und ihren Tod billigend in Kauf nehme. «Das Sterben wird aus dem Blickfeld Europas ausgelagert.»

«Wir fordern, dass die Seenotrettung sofort wiederaufgenommen werden kann. Dazu gehört auch, Schiffe mit Geretteten in alle europäischen Häfen einlaufen zu lassen», sagte die Organisatorin. Ein weiterer Redner erinnerte daran, dass Anhänger der Pegida-Bewegung unlängst mit Blick auf die Bootsflüchtlinge «Absaufen!Absaufen!» skandiert hatten. Die Demonstration vom Sonntag zeige, wofür das andere Dresden stehe.

«Mission Lifeline»-Chef Axel Steier sagte am Rande der Veranstaltung, dass seine Organisation Geld für ein Ersatzschiff sammle. Dafür würden noch 250 000 Euro benötigt. TV-Moderator Jan Böhmermann hatte vor kurzem eine Spendenaktion gestartet, die 205 000 Euro einbrachte. Etwa 15 Prozent davon habe man ausgegeben, um Anwaltskosten zu decken, sagte Steier.

Am Samstag hatte Gegner einer Abschottung Europas am Leipziger Völkerschlachtdenkmal ein Plakat mit der Aufschrift «Wie viele Leichen passen ins Mittelmeer? Seenotrettung erlauben!» entrollt.

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1Kommentare
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  • 3
    1
    Hinterfragt
    30.07.2018

    "Hunderte demonstrieren für Rettung von Bootsflüchtlingen"
    Verstehe ich nicht ...
    NIEMAND hat etwas gegen eine Rettung!

    Hier werden eineindeutig einfach nur die Tatsachen verdreht!
    Es geht einzig darum, dass nach Seerecht Gerettete in den NÄCHSTEN Hafen gebracht werden und nicht im Dienste der Schlepper nach EUROPA.



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