In Dresden regt sich tausendfacher Protest gegen Pegida

Die Protestbewegung Pegida stößt ihrerseits auf Protest. Wenn sie am Sonntag in Dresden ihren Jahrestag begeht, wollen viele Menschen unter dem Motto «Mit.Menschen.Würde» klare Kante gegen eine Bewegung setzen, die vor allem gegen Flüchtlinge hetzt.

Dresden (dpa/sn) - Zum Jahrestag der islamfeindlichen Pegida-Bewegung wollen am Sonntag in Dresden Tausende Menschen für Toleranz, Vielfalt, Mitmenschlichkeit und ein weltoffenes Land auf die Straße gegen. Das Bündnis «Herz statt Hetze» hat für seine Demonstration 4000 Teilnehmer angemeldet, rechnet aber mit deutlich mehr Zuspruch, wie Sprecherin Rita Kunert am Mittwoch in Dresden mitteilte. 2018 waren bei Protesten am Jahrestag der 2014 gegründeten Pegida-Gruppierung 13 000 Menschen in der Elbestadt unterwegs. Pegida stehe für fünf Jahre Hass, Rassismus, Diskriminierung und üble Hetze, sagte Kunert.

An den Protesten beteiligen sich unter anderem die Initiativen «Fridays for Future», «Tolerave» und «Erhebet Eure Herzen» - ein Zusammenschluss ehemaliger Kruzianer. «Sachsen ist nicht braun, denn diese Farbe gibt es im Regenbogen nicht», sage Paul Simeon Pollenske von «Fridays for Future». Man wolle zeigen, dass Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenhass kein Platz im Herzen der Dresdner haben.

Max Platz, der mit der Organisation «Hope - fight racism» am Rande jeder Pegida-Kundgebung gegen die selbsternannten «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» demonstriert, bedauerte die Gleichgültigkeit vieler Bürger. «Leider ist in den letzten Jahren die Bereitschaft der Dresdner stark gesunken, gegen die Rassisten auf die Straße zu gehen.» Mitunter würden nur 50 Leute an Gegenprotesten teil.

Am Sonntag soll das anders sein. Insgesamt sind drei Demonstrationszüge, eine gemeinsame Kundgebung und ein Friedensgebet in der Frauenkirche geplant. Um die symbolische Uhrzeit fünf vor zwölf beginnt am Bahnhof Neustadt ein Marsch in Richtung Innenstadt, der an der Synagoge eine Schweigeminute einlegen und damit an den Anschlag von Halle erinnern will. Parallel treffen sich Vertreter von Parteien und Gewerkschaften am Bahnhof Mitte. Ein weiterer Demo-Zug in Regie der Netzwerke «Chemnitz nazifrei» und «Leipzig nimmt Platz»» startet 13 Uhr am Hauptbahnhof. Alle drei Züge vereinen sich dann auf der Wilsdruffer Straße, wo auf dem benachbarten Neumarkt Pegida eine Kundgebung macht.

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