In Sachsens Asylheimen sind vier von fünf Plätzen nicht belegt

Kamen im Oktober 2015 an einem Tag 1200 Flüchtlinge nach Sachsen, so sind es jetzt noch reichlich 1000 pro Monat. Wie geht der Freistaat damit um?

Chemnitz/Dresden.

Ein Jahr nach Angela Merkels Entscheidung, die Grenze für Flüchtlinge vorübergehend zu öffnen, sind in Sachsen etwa vier von fünf Plätzen in den Erstaufnahmeeinrichtungen unbelegt. Dies geht aus den Statistiken der Landesdirektion hervor. Demnach waren zum Monatsende in den 26 Erstaufnahmeeinrichtungen im Freistaat rund 2120 Asylbewerber untergebracht. Zur Verfügung stehen insgesamt 9400 Plätze. Ende Oktober 2015, dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms, lebten in den Erstaufnahmeeinrichtungen 13.015 Menschen. Seither ist die Anzahl jeden Monat zurückgegangen.

Dies erklärt sich aus der im Vergleich zum Vorjahr deutlich abnehmenden Anzahl von Flüchtlingen, die überhaupt nach Deutschland kommen. Seit einigen Monate hat sich die Anzahl auf rund 16.000 pro Monat eingepegelt. Insgesamt waren es in diesem Jahr bis Ende August rund 253.000. Sie werden unter den Bundesländern verteilt, wobei Steueraufkommen und Bevölkerungszahl berücksichtigt werden.

Auf Sachsen entfielen bis Ende August rund 11.200 Personen. Mit großem Abstand die meisten Asylbewerber kommen nach wie vor aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Im August waren es 1100 Flüchtlinge, wie der Sprecher der Landesdirektion, Holm Felber, am Freitag sagte. Dies war der geringste Zugang in den zurückliegenden zwölf Monaten. Zum Vergleich: Allein am 5. Oktober 2015, dem Tag mit dem höchsten Flüchtlingsaufkommen, waren mehr als 1200 Betroffene im Freistaat gelandet. Aufgrund der stark gesunkenen Asylbewerberzahlen hat der Freistaat in dieser Woche weitere zwei provisorische Einrichtungen in Dresden und Leipzig geschlossen. Am 1. November soll auch eine Erstaufnahme in Meerane stillgelegt werden.

Zum 31. Juli waren in Sachsen 34.278 Asylbewerber untergebracht, wobei 32.110 auf Städte und Gemeinden verteilt waren. Rund 6500 von ihnen sind allerdings zur Ausreise verpflichtet. Bis Ende Juli wurden aus Sachsen 2398 Flüchtlinge wieder abgeschoben bzw. verließen Deutschland freiwillig, da ihre Ausreise gefördert wurde.

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9Kommentare
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  • 3
    1
    voigtsberger
    04.09.2016

    Blackadder: Natürlich weiß ich , das die AfD außer bei dem Thema Einwanderung, nichts soziales für den Bürger zu bieten hat, denn eine FDP 0.2 braucht unser Land nicht. Aber es ist halt die Einzige noch zu akzeptierende Partei die das anspricht, was den meisten Bürgern auf den Nägeln brennt oder sollen all die unzufriedenen etwa NPD wählen, das liegt doch auch nicht in ihren Sinn. Also was ist die Alternative, ein weiter so, oder ein "Dämpfer" vom Wahlvolk, mit der Option, das die AfD nur Mittel zum Zweck ist und sowieso keine Regierungsmehrheit erhält, aber um ein Signal zu setzen, "nicht weiter so", an die etablierten Parteien
    und man kann nur hoffen, diese "hören die Signale" und reagieren nicht noch beleidigend gegenüber den Kritikern ihrer Politik, wie in der Vergangenheit!

  • 3
    0
    PeKa
    03.09.2016

    Mich würde mal interessieren, WAS in die Asylheime hinein kommen soll, wenn die mal gar nicht mehr als solche genutzt werden? Ziehen dann dort neu gegründete Unternehmen ein, die neue Arbeitsplätze schaffen? Oder werden daraus Jugendclubs oder die so dringend benötigten Facharztpraxen? Oder werden diese Gebäude herrenlos vor sich hingammeln bis sie irgendwann abgerissen werden müssen?

  • 3
    1
    ommi22
    03.09.2016

    @blackadder, schön das Sie mich mit "Euch" anreden, das ehrt mich.

  • 2
    6
    Blackadder
    03.09.2016

    "Wieso bedauern Sie es also, wenn zu wenige hier sind?"

    Wo tue ich das denn?

  • 5
    5
    Blackadder
    03.09.2016

    @Voigtsberger: Das sind gute Themen, die sie da ansprechen, aber die AfD ist das ganz eindeutig die falsche Partei für:

    Mindestlohn: Berliner AfD Programm Seite 28: "Wir wollen keine sittenwidrigen Löhne, aber auch keine Lohnfestsetzungen durch den Staat in der privaten Wirtschaft. "

    Rente: "Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry bezieht im Interview mit Der Welt am Sonntag eine klare Position: Die Deutschen sollen länger als bisher arbeiten. Zudem müssten Rentner/innen Kürzungen hinnehmen. Dies nennt sie selbst ?brutal? ? und doch führe kein Weg daran vorbei. Sie fordert stattdessen einen ?innerfamiliären Zusammenhalt?, um den Sozialstaat zu entlasten."

    Die Partei schreibt in ihrem Programm, sie möchte die Erbschafts- und Vermögenssteuer abschaffen (Quelle: Grundsatzprogramm der AfD, S.75).

  • 10
    3
    Einspruch
    03.09.2016

    @Blackadder: Je mehr Flüchtlinge kommen, um so mehr muss wo anders in der Welt etwas nicht in Ordnung sein. Die Probleme mit zu unserer Gesellschaft inkompatiblen Flüchtlingen oder solchen, die es vorgeben, welche zu sein, wachsen mit ihrer Anzahl, wie wir seit längeren merken. Selbst die FP kommt nicht darum herum, gelegentlich darüber zu berichten.
    Wieso bedauern Sie es also, wenn zu wenige hier sind?
    Haben wir nicht genug eigene Probleme? Keine echten Themen mehr für die AFD ohne die Flüchtlinge? Die Wähler der AFD sind ein Indikator dafür, das viele Probleme im Land von den etablierten sogenannten demokratischen Parteien auch nur tot gequatscht werden. Ihnen mag das reichen, anderen nicht.

  • 8
    3
    voigtsberger
    03.09.2016

    Blackadder: Da gibt es noch genügend Ungerechtigkeiten in diesen Land, Beamtengehälter und Pensionen, Höhe des Mindestlohns, Lebensleistungsrente für langjährig Versicherte im Niedriglohnsektor, sozialer Wohnungsbau usw., man findet kein Ende und die Asylpolitik ist da nur die "Spitze des Eisberges", die Jedem betrifft, egal welche Einstellung man dazu hat und da braucht man nicht Anhänger der AfD zu sein, nur die spricht dies offen an, wo andere Politiker abducken!

  • 2
    13
    Blackadder
    03.09.2016

    @ommi22: Aber wenn alle Flüchtlinge weg wären, auf wen schimpft ihr denn da - fehlt Euch doch was? Und die AfD hat dann auch keine echten Themen mehr.

  • 8
    3
    ommi22
    03.09.2016

    5 von 5 Plätzen nicht belegt wäre erstrebenswert.



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