In Südwestsachsen fehlen immer noch 119 Lehrer

Vor allem an Oberschulen, Förder- und Berufsschulen sind viele Stellen unbesetzt. Woanders wurde über Bedarf eingestellt.

Dresden.

Am Montag beginnt in Sachsen das neue Schuljahr - und startet erneut mit Lehrermangel. Laut Kultusminister Christian Piwarz (CDU) wurden zwar mit knapp 920 neu besetzten Lehrerstellen die Erwartungen der Schulverwaltung übertroffen. Die Verbesserung im Vergleich zum Schuljahresbeginn 2018/19, als von ebenfalls 1100 ausgeschriebenen Stellen nur 870 besetzt werden konnten, geht aber vor allem darauf zurück, dass diesmal deutlich mehr Gymnasiallehrer eingestellt wurden als geplant.

Statt nur 123 Stellen wurden an staatlichen Gymnasien gleich 211 neu besetzt - voriges Jahr waren es nur elf über Bedarf gewesen.

Erklären lässt sich das durch die Bewerberstruktur: Etwa 600 der rund 1200 eingegangenen Bewerbungen stammten von Gymnasiallehrern. Zu wenige Interessenten gab es hingegen vor allem für Ober- und Förderschulen. Beide Schularten gelten nach wie vor als größte Problemzonen in Sachsen, auch wenn sich laut Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) vor allem Gymnasiallehrer umlenken ließen.

Am größten sind die Lücken an Oberschulen, wo 131 Stellen leer blieben. Im Lasub-Bezirk Chemnitz konnten nur 16 von 81 Stellen an Oberschulen und 25 von 62 Stellen an Förderschulen besetzt werden, an Berufsbildenden Schulen blieben zwölf offen. In Südwestsachsen insgesamt fehlen 119 Lehrer.

Sorgen bereitet zudem auch die regionale Verteilung der Grundschullehrer: Landesweit konnten zwar 327 der ausgeschriebenen 348 Stellen besetzt werden. Während im Lasub-Bezirk Leipzig jedoch 59 Stellen über Bedarf besetzt wurden, blieben in Bautzen 61 Stellen frei.

Wo Engpässe drohen, soll das Programm "Unterrichtsversorgung" greifen, über das laut Lasub mehrere hundert Lehrkräfte zur Verfügung stünden, darunter auch viele altersbedingt ausgeschiedene Pädagogen.

Falls es an einer Schule zu viele Lehrer gebe, sind laut Piwarz etwa Abordnungen denkbar: "Es wird nicht so sein, dass wir Däumchen drehende Lehrer im Freistaat haben." Erfreut zeigte er sich darüber, dass fast jeder dritte der 453 neuen Referendare den Anwärtersonderzuschlag von monatlich mehr als 1000 Euro erhält, weil er sich danach zum Unterrichten in einer Bedarfsregion verpflichtet hat.

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